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Karin Algarve

Wie ich mir meinen Traum vom Leben am Meer erfüllt habe – Meine Portugal Geschichte

[Gastartikel von Karin Steffens]

Der Traum vom Meer beginnt an der Mosel

Schon als Kind träumte ich davon, am Meer zu leben. Jeden Tag mit den Füßen durch den Sand gehen zu können, die Möwen zu hören, den Wellen zu lauschen. Aufgewachsen bin ich an der Mosel, einem ruhigen Fluss, der sich durch die Weinberge von Rheinland-Pfalz schlängelt. Direkt gegenüber unseres Hauses befand sich der Fluss.

Meine Kindheit verbrachte ich oft mit kleinen „Abenteuerreisen“ im Schlauchboot – 3 km flussaufwärts zu einer unbewohnten Insel, während ich von großen Entdeckungen träumte. Die Ferne hatte auf mich immer einen großen Reiz. Doch etwas störte mich zu Hause: Direkt am anderen Ufer begann der Hang, der mir die Sicht in die Ferne nahm. Ich fühlte mich oft eingeschränkt, als hätte ich ein „Brett vor dem Kopf“. Schon früh träumte ich von der großen, weiten Welt: Mit 12 wollte ich ein Segelboot besitzen, mit 15 eine Weile unter Ureinwohnern in Afrika leben.

 

Erste Schritte in die Welt: Jordanien, Neuseeland und mehr

Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin eröffnete sich plötzlich eine außergewöhnliche Gelegenheit: Ich bekam ein Jobangebot als private Physiotherapeutin in Jordanien. Ein ganzes Jahr lebte ich dort – in einer fremden Kultur, mit neuer Sprache und unzähligen Eindrücken. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens. In dieser Zeit verbesserten sich meine Englischkenntnisse enorm, und auch mein Selbstbewusstsein wuchs spürbar.

Damit erfüllte ich mir meinen großen Traum: Es ging auf Weltreise – acht Monate Neuseeland, dreieinhalb Monate Australien und zwei Wochen Südsee. Wow – was für eine Zeit!

Karriere und Fernweh – der Spagat

Zurück in Deutschland arbeitete ich als leitende Physiotherapeutin, studierte parallel Gesundheitsökonomie und träumte davon, Geschäftsführerin einer Rehaklinik zu werden – vielleicht ja irgendwann am Meer. Zwischen 2010 und 2020 reiste ich weiterhin viel: Rucksack, Abenteuer, über 40 Länder. Doch eine Frage blieb offen: Wohin gehöre ich langfristig?

Konzernstrukturen, Pendelstrecken und der Wunsch nach Freiheit

Ich arbeitete im Projektmanagement eines Krankenhauskonzerns – sicher, strukturiert, aber träge. Jeden Tag pendelte ich 160 Kilometer zwischen Berlin und Brandenburg, immer mit dem Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. Die Wochen waren voll, doch innerlich wuchs die Unzufriedenheit. Ich wollte raus aus festen Strukturen, ortsunabhängig arbeiten und mein Leben freier gestalten. In Berlin, wo Individualität gelebt wird, nahm der Gedanke an die Selbstständigkeit Gestalt an. Doch womit sollte ich diesen Schritt gehen?

Datenschutz & Virtuelle Assistenz als Einstieg in die Online-Selbstständigkeit

Anfang 2020 habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Ich hatte zuvor intensiv recherchiert, was sich online alles machen lässt – Amazon FBA, Dropshipping, Network Marketing, Ghostwriting. Doch nichts davon fühlte sich richtig an. Also besann ich mich auf das, was ich bereits konnte: Projektmanagement, Assistenzaufgaben – und Datenschutz.

Onlinekurse galten damals als der Weg zu passivem Einkommen. Das brachte mich auf eine Idee: Bereits 2017 hatte ich im Rahmen eines Klinikprojekts das Thema DSGVO betreut und wurde zur Datenschutzbeauftragten ausgebildet. Dabei merkte ich schnell: Datenschutz liegt mir. Ich kann komplexe Themen so erklären, dass sie auch für Laien verständlich werden – ein klarer Vorteil, denn viele empfinden Datenschutz als trocken und abschreckend. Zudem ist das Thema wirklich wichtig.

Virtuelle Assistentin

Ich startete mit einem Mix aus Datenschutzberatung, Projektmanagement und Virtueller Assistenz. Statt mich auf eine Sache festzulegen, wollte ich Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und mir ein ortsunabhängiges, flexibles Arbeitsleben aufbauen. Vor allem aber wollte ich mein Leben aktiv gestalten und andere Digitalnomaden kennenlernen.

Karin Steffens VA

 

Von Bali nach Portugal: Corona, Chaos und der Zufall des Lebens

Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als Bali? 2020 – zwei Wochen nach meiner Gründung – flog ich los. Bei einem Stammtisch in Canggu lernte ich Svenja kennen. Als eine Woche später die Corona-Panik ausbrach, zogen wir zusammen mit anderen in ein Gästehaus mit Pool – eine tolle Freundschaft entstand. Die Zumba-Stunden im Garten bleiben unvergessen. Doch bald wurde es uns zu ungewiss. Mit einem der letzten Flüge kehrten wir nach Deutschland zurück. Ich lebte sechs Monate in Köln, doch eines war klar: Ich musste weiterziehen. Auch Svenja wollte wieder los. „Karin, komm, wir gehen nach Portugal. Lass uns nach Lissabon ziehen.“

 

Karin Algarve Klippen

 

Algarve statt Großstadt – Mein neues Zuhause in Portimão

Aber ich wollte keine Stadt mehr, sondern mehr Natur. MEER UND SEEEEEGELN ⛵! Also googelte ich: „Wo ist es schön in Portugal?“ Denn ich war noch nie dort gewesen. Meine Wunschort-Bucketlist lautete:

☑️ Meer mit langem Strand zum Spazieren

☑️ Sauberes Wasser zum Schwimmen

☑️ Marina & Segelschule

☑️ Capoeira-Gruppe

☑️ Freundliche, ehrliche Menschen

☑️ andere Digital Nomaden

☑️ Sicherer Ort

☑️ Schnelle und gute Anbindung nach Deutschland, wenn meine Eltern mich mal brauchen sollten oder ich Freunde & Familie besuchen möchte

☑️ dennoch eine kleine Stadt, so dass man nicht für alles ewig fahren muss

 

Drei YouTube-Videos später klang eine kleine Stadt namens Portimão verlockend. Ticket gebucht, Sachen verkauft – los ging’s. Einen Tag nach meiner Ankunft stellte Deutschland die Flüge nach Portugal ein. Es war die absolute Corona-Hochsaison – aber ich war da. An der Algarve.

Karin segelboot

 

Neustart mit Hürden – und viel Durchhaltevermögen

Die Ankunft war schwierig: Sprachbarriere, soziale Kontakte knüpfen während Corona, bürokratische Hürden. Vieles war unklar, die Aussagen im Internet, in Foren und von Bekannten widersprüchlich und frustrierend. Selbst die Bankberater gaben mir alle unterschiedliche Auskünfte, welche Dokumente sie nun z.B. zur Eröffnung eines Geschäftskontos hier benötigten. Stunden, Tage, Wochen der Recherche… Wem vertraut man, wenn jeder etwas anderes erzählt. Das hat mir viel Energie geraubt, unruhige Nächte verursacht und einfach nur genervt.

Letzten Endes investierte ich dann dennoch Geld in Hilfe vor Ort (ich hätte mir also Wochen der Arbeit sparen können) und wünschte mir, es hätte schon damals den Service von Svenja gegeben. Besonders die Wahl eines richtigen Buchhalters ist in Portugal Gold wert, denn hier funktioniert vieles anders als in Deutschland. Und ich kenne kaum jemanden, der zufrieden ist mit seinem Buchhalter…

Auswandern Portugal Solo Selbstständig

Mein Fazit nach 4,5 Jahren Portugal

Der Schritt war endgültig: der Wohnsitz in Deutschland wurde aufgegeben, das Unternehmen dort geschlossen und in Portugal neu gegründet. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten erwies sich dieser Weg als die beste Entscheidung. Heute fühlt sich dieses Leben wie ein echtes Paradies an – regelmäßiges Segeln mit einer tollen Crew, lange Strände, eine freundliche Mentalität und gleichzeitig die Nähe zur Familie. In nur vier Stunden ist der Weg zu den Eltern möglich, Besuche von Neffen, Familie und Freunden gehören längst dazu. Und wer hätte nicht gern jemanden, den man am Meer besuchen kann?

Portugal hat längst einen festen Platz im Herzen. Dieser Schritt würde jederzeit wieder genauso gegangen werden. Und die Frage „Wohin gehöre ich langfristig?“ lässt sich heute klar beantworten: nach Portugal.

Karin Algarve Klippen

 


Autorenprofil: Karin Steffens

Karin arbeitet seit 2020 selbstständig als Datenschutzbeauftragte, Projektmanagerin und Virtuelle Assistentin. Der Schritt in die Selbstständigkeit entstand aus dem Wunsch nach mehr Freiheit und Flexibilität – schon immer wollte sie am Meer leben, ohne Pendeln, ohne Verkehrsstau, ohne 50-Stunden-Woche. Da sie für ihren alten Beruf wenige Möglichkeiten sah, hat sie sich einfach umgesehen, welche Wege es gibt, online Geld zu verdienen, und sich ihr Berufsbild selbst zusammengestellt.

Heute unterstützt sie vor allem Selbstständige dabei, ihre datenschutzrechtlichen Pflichten einfach und praxisnah umzusetzen. Neben ihrer Tätigkeit als externe Datenschutzbeauftragte übernimmt sie auch Projekt- und Assistenzaufgaben für Startups – für mehr Abwechslung, Inspiration und Einblicke in junge, dynamische Arbeitswelten.

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