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Schlagwort: leben in Portugal

Monatsrückblick August in Portugal

Diesen Monat habe ich zu 2/3 gar nicht in Portugal verbracht, denn ich war auf Heimatbesuch in Deutschland. Aber von einem sehr typisch portugiessichen „Event“ kann ich dennoch erzählen: Und zwar war ich bei meiner portugiesischen Oma zum „Lanche“ eingeladen.

In diesem Monatsrückblick geht es um

  • portugiesisches Lanche
  • Urlaub in Deutschland
  • Wohnen in Portugal

Kurz: meine portugiesische Oma ist Donna Fátima, die Besitzerin von der Hausgemeinschaft, wo ich 4 Jahre am Stück gelebt habe. Sie ist über 80, lebt selbst in der Ferienwohnung der Familie an der Algarve und kommt entweder an Weihnachten oder für Arzttermine nach Lissabon hoch. Am Anfang konnte ich mich leider wegen meines nicht vorhandenen Portugiesischs nur wenig mit ihr unterhalten. Das hat sich jetzt stark geändert und wir haben uns 3h lang auf Portugiesisch unterhalten. Ich habe gesehen, dass sich meine Mühe die letzten Jahre gelohnt hat und bin sehr stolz, dass ich dran geblieben bin.

Wenn du dich auch gut verständigen und vor allem verstanden fühlen willst, rate ich dir, so früh wie möglich mit dem Lernen anzufangen. Meine Herzensempfehlung: der Portugiesisch A1 + A2 Kurs von der lieben Dina,* die selbst als Portugiesin in die Schweiz ausgewandert ist.

Was ist ein Lanche?

Ein Lanche ist ein Nachmittags-Snack, also zwischen Mittagessen (almoço) und Abendessen (jantar). Wir haben uns Sonntag um 17 Uhr bei ihrer Tochter in der Wohnung getroffen (juhu ich wurde nach Hause eingeladen, sehr selten sowas) und das stand auf dem Tisch:

  • Maracuja und Feigen aus dem eigenen Garten sowie Wassermelone
  • Croissants und Cracker
  • Guacamole mit Oliven
  • Süßes Gebäck und selbstgemachter Eistee

Was sagst du dazu? Für mich ist die Kombination und Uhrzeit sehr ungewohnt, und ich brauchte danach kein Abendessen mehr, so viel war klar!

Übrigens hat sich Donna Fátima richtig hübsch gemacht für den Lanche und war extra noch beim Friseur. Das könnte typisch für die Generation sein, würde ich sagen, nicht unbedingt portugiesisch.

Deutschland Besuch

So lange war ich schon lange nicht mehr auf Heimatbesuch: Ganze 3 Wochen war ich im August vor Ort. Erst eine Woche im Schwarzwald bei meinem Onkel Motorrad fahren, dann in Münster bei der Familie, in Köln und Paderborn bei Freunden und in München bei meinem Kunden. Es war eine schöne Zeit, aber auch fordernd, denn ich war ziemlich viele Rollen sehr intensiv: Tochter, Schwester, Nichte, Cousine, Tante, Freundin und Kollegin. Jetzt, zurück in Portugal, hab ich mich am 1. Tag etwas leer gefühlt und musste erstmal wieder mich und meinen Alltag finden.

Obwohl ich jedes Mal beim Besuch in Deutschland vom Stress krank werde und 1-2 Stops bei Freunden absagen muss, hab ich es anscheinend noch nicht gelernt, mir selbst mehr Zeit einzuräumen bei diesen Trips. Das nehme ich auch dieses Mal wieder als Learning mit: es hat mich zu viel Energie gekostet und ich hab mir nicht Sachen eingeräumt, die mir Energie geben, wie alleine sein oder Sport machen.

Vielleicht hast du das auch schon erlebt, wie so ein Heimatbesuch schnell zu einem Pflichtprogramm wird? Ich würde mich mal freuen, wenn die Besuche andersherum auch so selbstverständlich wären. Es sind diesen Monat einfach schon 6 Jahre, die ich in Portugal lebe, Wahnsinn! Das muss gefeiert werden.

Kurven räubern mit meinem Brudi
Oh wie schön ist der Bodensee
Oh wie schön ist der Bodensee

Typisch Deutsch

Zwei Sachen, die mir noch richtig witzig in Deutschland aufgefallen sind:

Bei meinem Onkel war ich in einer FeWo direkt neben seiner, und wir haben beide morgens erstmal alle Türen und Fenster aufgemacht. Lüften ist für uns selbstverständlich, in Portugal wird man aber komisch angeguckt!

Warum das so wichtig ist und was sonst noch anders läuft beim Thema Wohnen, habe ich auch in einem „Wohnen in Portugal“-Paket zusammengefasst: einen umfangreichen PDF-Guide zum portugiesischen Wohnungsstandard und zu den Unterschieden sowie ein knackiges Video mit Tipps zur Wohnungsbesichtigung von mir als Innenarchitektin (FH).

Schau es dir mal an und bereite dich gut vor.

Gesamtpaket Wohnen

Die 2. Sache ist witzigerweise der allseits beliebte Spaziergang, vor allem nach Kaffee und Kuchen. Macht deine Familie das auch? Also in Portugal bin ich ja so verwundert, wenn die Portugiesen beim Sonnenuntergang am Strand in ihren Autos sitzen bleiben… Darüber unterhalte ich mich mit Carmen in dieser Podcastfolge. Hör gerne mal rein, was uns noch so aufgefallen ist.

Das war mein August, mehr in Deutschland als in Portugal, und das habe ich dieses Jahr extra so gemacht, denn der Monat ist brutal heiß und ziemlich voll mit Touris, zumindest bei mir in Cascais. Das hat man davon, wenn man in eine Urlaubsregion auswandert: Luxusprobleme. Ich bin dankbar für meine Privilegien und bin mir dessen jeden Tag bewusst.

Wenn dich mein Monatsrückblick angesprochen hat, schreib mir gerne. Ich freue mich immer, von Portugal-Fans zu hören.

Auswandern nach Portugal: 4 Gründe für einen Fehlstart

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Erwartungen, Alltag und Sprache

Wer nach Portugal zieht, muss sich auf mehr als Sonne und Meer einstellen: Bürokratie, Winter, Wohnkosten und fehlende Sprachkenntnisse werden oft unterschätzt.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Wer nach Portugal zieht, tauscht Gehalt gegen Freiheit

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandererin stellt klar

Wer nach Portugal zieht, tauscht Gehalt gegen Freiheit

Sonne und Lebensqualität locken viele nach Portugal. Doch der Neustart gelingt meist nur mit Kompromissen und solidem Finanzpolster.

Mildes Klima, entspannte Lebensweise und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten sind nur einige der Gründe, warum Menschen aus Deutschland nach Portugal auswandern wollen. Was viele jedoch zögern lässt oder sogar davon abhält, ist das deutlich geringere Einkommen.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Realitätscheck: Was vom deutschen Gehalt in Portugal nach Steuern und Miete übrig bleibt

[Gastartikel von Camille Dubois]

Wer den Schritt von Deutschland nach Südeuropa wagt, rechnet oft mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, übersieht dabei aber die steuerliche Progression und den überhitzten Wohnungsmarkt in den Metropolen. Eine Analyse der tatsächlichen Kaufkraft zeigt, dass die Rechnung ohne präzise Daten schnell zum finanziellen Rückschritt wird.

Wer in Berlin oder München lebt, träumt beim Blick auf die Immobilienpreise oft von Lissabon oder der Algarve. Die Logik scheint simpel: Portugal gilt statistisch gesehen als eines der günstigeren Länder Westeuropas. Laut Eurostat-Daten zum Preisniveau lag Portugal 2023 bei den Konsumausgaben der privaten Haushalte etwa 15 % unter dem EU-Durchschnitt, während Deutschland knapp darüber lag. Doch diese makroökonomischen Zahlen sind für den einzelnen Auswanderer trügerisch, sobald man Miete und die lokale Einkommensteuer in die Gleichung aufnimmt.

Die Euphorie über das sonnige Klima wird oft gedämpft, wenn die erste Abrechnung der Autoridade Tributária (AT) eintrifft.

Die Steuerfalle für Fachkräfte und Remote Worker

In Deutschland ist man an hohe Abgaben gewöhnt, doch das portugiesische Steuersystem greift bei mittleren Einkommen oft progressiver zu, als man vermutet. Während der Grundfreibetrag in Deutschland jährlich angepasst wird, sind die Steuersätze in Portugal für Gutverdiener relativ steil. Wer kein Anrecht auf Sonderstatus wie das (mittlerweile stark reformierte) NHR-Programm hat, zahlt auf ein Gehalt, das in Deutschland als moderat gilt, in Portugal bereits Spitzensteuersätze.

Ein Bruttogehalt von 50.000 Euro klingt in Lissabon nach Luxus, da das Durchschnittsgehalt laut dem Instituto Nacional de Estatística (INE) deutlich niedriger liegt. Nach Abzug der Sozialversicherung (Segurança Social) und der Einkommensteuer bleibt netto jedoch oft weniger übrig, als man für einen vergleichbaren Lebensstandard in einer deutschen B-Stadt benötigen würde.

Um ein Gefühl für die Differenz zu bekommen, nutzen viele unserer Leser einen salary-after-tax calculator, um die Netto-Kaufkraft verschiedener Standorte direkt gegenüberzustellen. Es geht nicht nur darum, was man verdient, sondern was man nach der Miete für das tägliche Leben ausgeben kann.

 

Gehaltsrechner Netlifevalue

Der Wohnungsmarkt frisst die Ersparnis

Das größte Problem der letzten Jahre ist die Entkoppelung der Mietpreise von den lokalen Gehältern. In Lissabon und Porto haben sich die Mieten laut Daten von idealista in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt.

Wer aus Deutschland kommt, erwartet vielleicht, für 1.000 Euro eine großzügige Wohnung im Zentrum zu finden. Die Realität sieht anders aus: In begehrten Vierteln wie Arroios oder Estrela zahlt man für ein renoviertes T1 (Ein-Zimmer-Wohnung) oft zwischen 1.200 und 1.500 Euro. Vergleicht man das mit Städten wie Leipzig oder Bremen, ist der vermeintliche Preisvorteil Portugals schlicht nicht mehr vorhanden.

So.

Wenn man also 3.000 Euro netto verdient, aber 1.400 Euro für die Miete ausgibt, bleiben 1.600 Euro für den Rest. In einer deutschen Stadt mit ähnlichem Gehaltsgefüge zahlt man für die gleiche Wohnqualität vielleicht 900 Euro warm. Der „Sonnenzuschlag“ kostet hier also bares Geld.

Kaufkraft jenseits von Kaffee und Gebäck

Oft wird argumentiert, dass das Leben „draußen“ günstiger sei. Ein Bica (Espresso) für 80 Cent und ein Mittagstisch für 10 Euro sind in Portugal absolut realisierbar. Das verzerrt jedoch die Wahrnehmung der Gesamtkosten.

Strom, Gas und Internet gehören in Portugal zu den teuersten in Europa, wenn man sie ins Verhältnis zum Einkommen setzt. Die Strompreise (Eurostat 2023) liegen aufgrund hoher Steuern und Umlagen oft auf deutschem Niveau oder darüber. Da viele portugiesische Häuser zudem schlechter isoliert sind, steigen die Heizkosten im kurzen, aber feuchten Winter massiv an – meist über elektrische Heizkörper, was die Rechnung in die Höhe treibt.

Auch Autos sind in Portugal aufgrund der ISV (Imposto Sobre Veículos) deutlich teurer als in Deutschland. Wer sein deutsches Auto einführen will, erlebt bei der Umschreibung oft einen bürokratischen und finanziellen Albtraum.

Die NetLifeValue-Perspektive: Wo lohnt es sich wirklich?

Wir berechnen bei NetLifeValue den Index für 36 Länder, indem wir das verfügbare Einkommen nach Steuern und Miete ins Verhältnis zur lokalen Qualität der Dienstleistungen setzen. Portugal landet dabei oft im Mittelfeld. Es punktet extrem hoch bei der Sicherheit und dem Klima, verliert aber Punkte bei der wirtschaftlichen Effizienz für Angestellte.

Für digitale Nomaden mit ausländischen Verträgen sieht die Welt anders aus, aber wer plant, lokal für ein portugiesisches Unternehmen zu arbeiten, sollte sehr hart verhandeln. Ein lokales Gehalt anzunehmen, bedeutet fast immer einen harten Einschnitt in die Sparquote.

Man darf nicht vergessen, dass Deutschland ein sehr effizientes System bei der Kaufkraft von Konsumgütern hat. Supermärkte in Deutschland gehören zu den günstigsten weltweit. In Portugal sind Markenprodukte im Supermarkt (Hygieneartikel, Waschmittel, Elektronik) oft 20 % teurer als bei Rossmann oder Lidl in Deutschland.

 

Preis Index NetlifeValue

Strategien für die Planung

Bevor man den Mietvertrag in Deutschland kündigt, sollte man drei Szenarien durchrechnen:

Zuerst das Worst-Case-Szenario mit einer Miete am oberen Rand und einer Besteuerung als ansässiger Steuerzahler ohne Privilegien. Dann ein realistisches Szenario, das auch Puffer für private Krankenversicherungen enthält, da das öffentliche System (SNS) in Portugal oft überlastet ist.

Wer nicht zwingend in Lissabon oder Porto sitzen muss, sollte Städte wie Coimbra, Aveiro oder das Hinterland der Algarve prüfen. Hier sinken die Mieten signifikant, während die Lebensqualität und die Infrastruktur (Glasfaser-Internet ist in Portugal fast überall besser als in Deutschland) hoch bleiben.

Am Ende ist die Entscheidung, nach Portugal zu gehen, selten eine rein finanzielle. Es ist eine Entscheidung für eine andere Taktung des Alltags. Aber damit dieser Alltag nicht vom Stress um die nächste Stromrechnung dominiert wird, muss die Kalkulation vorher auf harten Daten basieren, nicht auf dem Preis des letzten Urlaubs-Kaffees.

— Camille Dubois, editorial at NetLifeValue

So schützen Sie sich in Portugal vor teurer Abzocke

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Neustart im Ausland

So schützen Sie sich in Portugal vor teurer Abzocke

Viele Menschen wollen nach Portugal auswandern, doch wer keine Kontakte vor Ort hat, fürchtet Abzocke. So erkennen Sie Betrüger schon vorab. – Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Auswandern nach Portugal: Diese 3 Fehler macht fast jeder

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandern nach Portugal: Diese 3 Fehler macht fast jeder

Auswandern in ein anderes EU-Land klingt zunächst unkompliziert, schließlich sind die Behörden ähnlich. Was viele unterschätzen: was danach kommt. – Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Warum Englisch in Portugal nicht reicht

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Englisch allein reicht nicht

Portugal-Auswanderin räumt mit Sprach-Irrtum auf: „Nach 6 Monaten hat es Klick gemacht“

Viele Auswanderer glauben, mit Englisch in Portugal gut zurechtzukommen. Warum das ein Trugschluss ist und weshalb Sprache über Ankommen entscheidet.

— Du kannst den Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Neues Leben in Portugal – was ich (nicht) vermisse

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Neues Leben in Portugal

Auswanderin Svenja zieht Fazit: Was ich an Deutschland vermisse und was nicht

Träumen Sie vom Leben in der Sonne? Auswanderin Svenja teilt ihre Geschichte, nachdem sie sich für einen Neustart in Portugal entschieden hat.

— Du kannst den ganzen Artikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Wie ich mir meinen Traum vom Leben am Meer erfüllt habe – Meine Portugal Geschichte

[Gastartikel von Karin Steffens]

Der Traum vom Meer beginnt an der Mosel

Schon als Kind träumte ich davon, am Meer zu leben. Jeden Tag mit den Füßen durch den Sand gehen zu können, die Möwen zu hören, den Wellen zu lauschen. Aufgewachsen bin ich an der Mosel, einem ruhigen Fluss, der sich durch die Weinberge von Rheinland-Pfalz schlängelt. Direkt gegenüber unseres Hauses befand sich der Fluss.

Meine Kindheit verbrachte ich oft mit kleinen „Abenteuerreisen“ im Schlauchboot – 3 km flussaufwärts zu einer unbewohnten Insel, während ich von großen Entdeckungen träumte. Die Ferne hatte auf mich immer einen großen Reiz. Doch etwas störte mich zu Hause: Direkt am anderen Ufer begann der Hang, der mir die Sicht in die Ferne nahm. Ich fühlte mich oft eingeschränkt, als hätte ich ein „Brett vor dem Kopf“. Schon früh träumte ich von der großen, weiten Welt: Mit 12 wollte ich ein Segelboot besitzen, mit 15 eine Weile unter Ureinwohnern in Afrika leben.

 

Erste Schritte in die Welt: Jordanien, Neuseeland und mehr

Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin eröffnete sich plötzlich eine außergewöhnliche Gelegenheit: Ich bekam ein Jobangebot als private Physiotherapeutin in Jordanien. Ein ganzes Jahr lebte ich dort – in einer fremden Kultur, mit neuer Sprache und unzähligen Eindrücken. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens. In dieser Zeit verbesserten sich meine Englischkenntnisse enorm, und auch mein Selbstbewusstsein wuchs spürbar.

Damit erfüllte ich mir meinen großen Traum: Es ging auf Weltreise – acht Monate Neuseeland, dreieinhalb Monate Australien und zwei Wochen Südsee. Wow – was für eine Zeit!

Karriere und Fernweh – der Spagat

Zurück in Deutschland arbeitete ich als leitende Physiotherapeutin, studierte parallel Gesundheitsökonomie und träumte davon, Geschäftsführerin einer Rehaklinik zu werden – vielleicht ja irgendwann am Meer. Zwischen 2010 und 2020 reiste ich weiterhin viel: Rucksack, Abenteuer, über 40 Länder. Doch eine Frage blieb offen: Wohin gehöre ich langfristig?

Konzernstrukturen, Pendelstrecken und der Wunsch nach Freiheit

Ich arbeitete im Projektmanagement eines Krankenhauskonzerns – sicher, strukturiert, aber träge. Jeden Tag pendelte ich 160 Kilometer zwischen Berlin und Brandenburg, immer mit dem Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. Die Wochen waren voll, doch innerlich wuchs die Unzufriedenheit. Ich wollte raus aus festen Strukturen, ortsunabhängig arbeiten und mein Leben freier gestalten. In Berlin, wo Individualität gelebt wird, nahm der Gedanke an die Selbstständigkeit Gestalt an. Doch womit sollte ich diesen Schritt gehen?

Datenschutz & Virtuelle Assistenz als Einstieg in die Online-Selbstständigkeit

Anfang 2020 habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Ich hatte zuvor intensiv recherchiert, was sich online alles machen lässt – Amazon FBA, Dropshipping, Network Marketing, Ghostwriting. Doch nichts davon fühlte sich richtig an. Also besann ich mich auf das, was ich bereits konnte: Projektmanagement, Assistenzaufgaben – und Datenschutz.

Onlinekurse galten damals als der Weg zu passivem Einkommen. Das brachte mich auf eine Idee: Bereits 2017 hatte ich im Rahmen eines Klinikprojekts das Thema DSGVO betreut und wurde zur Datenschutzbeauftragten ausgebildet. Dabei merkte ich schnell: Datenschutz liegt mir. Ich kann komplexe Themen so erklären, dass sie auch für Laien verständlich werden – ein klarer Vorteil, denn viele empfinden Datenschutz als trocken und abschreckend. Zudem ist das Thema wirklich wichtig.

Virtuelle Assistentin

Ich startete mit einem Mix aus Datenschutzberatung, Projektmanagement und Virtueller Assistenz. Statt mich auf eine Sache festzulegen, wollte ich Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und mir ein ortsunabhängiges, flexibles Arbeitsleben aufbauen. Vor allem aber wollte ich mein Leben aktiv gestalten und andere Digitalnomaden kennenlernen.

Karin Steffens VA

 

Von Bali nach Portugal: Corona, Chaos und der Zufall des Lebens

Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als Bali? 2020 – zwei Wochen nach meiner Gründung – flog ich los. Bei einem Stammtisch in Canggu lernte ich Svenja kennen. Als eine Woche später die Corona-Panik ausbrach, zogen wir zusammen mit anderen in ein Gästehaus mit Pool – eine tolle Freundschaft entstand. Die Zumba-Stunden im Garten bleiben unvergessen. Doch bald wurde es uns zu ungewiss. Mit einem der letzten Flüge kehrten wir nach Deutschland zurück. Ich lebte sechs Monate in Köln, doch eines war klar: Ich musste weiterziehen. Auch Svenja wollte wieder los. „Karin, komm, wir gehen nach Portugal. Lass uns nach Lissabon ziehen.“

 

Karin Algarve Klippen

 

Algarve statt Großstadt – Mein neues Zuhause in Portimão

Aber ich wollte keine Stadt mehr, sondern mehr Natur. MEER UND SEEEEEGELN ⛵! Also googelte ich: „Wo ist es schön in Portugal?“ Denn ich war noch nie dort gewesen. Meine Wunschort-Bucketlist lautete:

☑️ Meer mit langem Strand zum Spazieren

☑️ Sauberes Wasser zum Schwimmen

☑️ Marina & Segelschule

☑️ Capoeira-Gruppe

☑️ Freundliche, ehrliche Menschen

☑️ andere Digital Nomaden

☑️ Sicherer Ort

☑️ Schnelle und gute Anbindung nach Deutschland, wenn meine Eltern mich mal brauchen sollten oder ich Freunde & Familie besuchen möchte

☑️ dennoch eine kleine Stadt, so dass man nicht für alles ewig fahren muss

 

Drei YouTube-Videos später klang eine kleine Stadt namens Portimão verlockend. Ticket gebucht, Sachen verkauft – los ging’s. Einen Tag nach meiner Ankunft stellte Deutschland die Flüge nach Portugal ein. Es war die absolute Corona-Hochsaison – aber ich war da. An der Algarve.

Karin segelboot

 

Neustart mit Hürden – und viel Durchhaltevermögen

Die Ankunft war schwierig: Sprachbarriere, soziale Kontakte knüpfen während Corona, bürokratische Hürden. Vieles war unklar, die Aussagen im Internet, in Foren und von Bekannten widersprüchlich und frustrierend. Selbst die Bankberater gaben mir alle unterschiedliche Auskünfte, welche Dokumente sie nun z.B. zur Eröffnung eines Geschäftskontos hier benötigten. Stunden, Tage, Wochen der Recherche… Wem vertraut man, wenn jeder etwas anderes erzählt. Das hat mir viel Energie geraubt, unruhige Nächte verursacht und einfach nur genervt.

Letzten Endes investierte ich dann dennoch Geld in Hilfe vor Ort (ich hätte mir also Wochen der Arbeit sparen können) und wünschte mir, es hätte schon damals den Service von Svenja gegeben. Besonders die Wahl eines richtigen Buchhalters ist in Portugal Gold wert, denn hier funktioniert vieles anders als in Deutschland. Und ich kenne kaum jemanden, der zufrieden ist mit seinem Buchhalter…

Auswandern Portugal Solo Selbstständig

Mein Fazit nach 4,5 Jahren Portugal

Der Schritt war endgültig: der Wohnsitz in Deutschland wurde aufgegeben, das Unternehmen dort geschlossen und in Portugal neu gegründet. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten erwies sich dieser Weg als die beste Entscheidung. Heute fühlt sich dieses Leben wie ein echtes Paradies an – regelmäßiges Segeln mit einer tollen Crew, lange Strände, eine freundliche Mentalität und gleichzeitig die Nähe zur Familie. In nur vier Stunden ist der Weg zu den Eltern möglich, Besuche von Neffen, Familie und Freunden gehören längst dazu. Und wer hätte nicht gern jemanden, den man am Meer besuchen kann?

Portugal hat längst einen festen Platz im Herzen. Dieser Schritt würde jederzeit wieder genauso gegangen werden. Und die Frage „Wohin gehöre ich langfristig?“ lässt sich heute klar beantworten: nach Portugal.

Karin Algarve Klippen

 


Autorenprofil: Karin Steffens

Karin arbeitet seit 2020 selbstständig als Datenschutzbeauftragte, Projektmanagerin und Virtuelle Assistentin. Der Schritt in die Selbstständigkeit entstand aus dem Wunsch nach mehr Freiheit und Flexibilität – schon immer wollte sie am Meer leben, ohne Pendeln, ohne Verkehrsstau, ohne 50-Stunden-Woche. Da sie für ihren alten Beruf wenige Möglichkeiten sah, hat sie sich einfach umgesehen, welche Wege es gibt, online Geld zu verdienen, und sich ihr Berufsbild selbst zusammengestellt.

Heute unterstützt sie vor allem Selbstständige dabei, ihre datenschutzrechtlichen Pflichten einfach und praxisnah umzusetzen. Neben ihrer Tätigkeit als externe Datenschutzbeauftragte übernimmt sie auch Projekt- und Assistenzaufgaben für Startups – für mehr Abwechslung, Inspiration und Einblicke in junge, dynamische Arbeitswelten.

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Das war ´ne krasse Nummer – unsere Auswanderung nach Portugal

[Gastartikel von Annelie Rose]

Wie kam es überhaupt zu der Entscheidung?

Da man nicht auswandert, wenn man das Land nicht kennt, entschieden wir uns also zunächst einmal für eine ausgiebige Erkundungstour. Diese sollte 3 Wochen andauern und so flexibel sein, dass wir eine Menge vom Land sehen und uns ein Bild machen können, wo es uns gefällt oder eben nicht.

Als Reisezeitpunkt wählten wir Ende Mai bis Mitte Juni 2023. Wir flogen von Berlin nach Lissabon und fuhren von dort aus mit dem Camper einmal durch Portugal. Am Atlantik Richtung Norden nach Porto, durchs Douro-Tal Richtung spanische Grenze, im Inland nach Süden und von dort an der Algarve entlang bis Sagres und wieder zurück nach Lissabon.

Annelie Blogartikel

(Wir drei in Sagres, das letzte Eis vor Amerika schlecken)

 

Wie ein Urlaub alles veränderte

Ich, die vorher ein absoluter Camping-Gegner war und den Urlaub lieber im Hotel verbrachte, fand tatsächlich Gefallen am „einfachen“ Leben auf kleinem Raum. Die Reise war vielseitig, von der Natur über die Dörfer bis hin zu den Städten, die wir besuchten. Überall waren die Einheimischen super nett und freundlich und wir fühlten uns im ganzen Land sehr wohl. Wettertechnisch hatten wir einen Mix aus Sonne, Wolken und Regenschauern. Erst die letzten zehn Tage, also ab der Zeit an der Algarve war das Wetter schön genug, um auch mal im Meer baden zu gehen.

Nach dem Urlaub waren wir so begeistert von dem schönen Land, dass wir zurück in Deutschland an die Immobiliensuche gingen. Irgendwann hatten wir ein Haus mit Grundstück gefunden, welches uns sehr gut gefallen hat und wir baten unsere vor einigen Jahren ausgewanderten Freunde, es sich doch bitte für uns anzuschauen und einzuschätzen, ob sich ein persönliches Anschauen wirklich lohnt. Denn ob ein Haus feucht und muffig ist, lässt sich beim besten Willen nicht unbedingt auf Fotos erkennen. Gesagt getan. Unsere Freunde sahen sich das Objekt an, hielten es für gut und wir buchten einen neuen Flug nach Portugal. Da ich inzwischen als Lehrerin arbeitete, mussten wir auf die Herbstferien warten, weswegen wir also erst Ende Oktober 2023 erneut nach Portugal reisten.

Zwischen Zweifel und Magie

Wir nahmen uns ein kleines Gästehaus im Nachbarort des anvisierten Grundstücks und wollten eben gleich testen, wie die Gegend so ist. Gemeinsam mit unseren Freunden sahen wir uns dann das Objekt an. Hier muss ich sagen, ich weiß nicht, ob es die Überforderung war, weil sich plötzlich so Gedanken einmischten wie „Sollen wir das wirklich tun?“ zudem hinzu kam, dass das Grundstück nicht perfekt war, aber wir waren sehr hin und her gerissen. Wir erbaten uns Bedenkzeit und sahen uns weiter die Gegend an.

An unserem vorletzten Tag rief uns unser Freund an. Er hatte die Nachricht von einem wohl für uns perfekten Grundstück, welches wir uns noch am selben Tag angucken könnten. Das war auch unsere letzte Möglichkeit, da am nächsten Morgen der Flieger nach Deutschland bereits wartete. Also fuhren wir spontan zu dem Grundstück. Und mit dem ersten Schritt auf dessen Grund und Boden, sahen wir uns an und wussten, hier wollen wir bleiben. Es war wie Magie.

 

Achterbahnfahrt der Gefühle

Wir schwebten zwischen Freude nach Portugal auszuwandern und Zweifel, was unsere Familien, Freunde, etc. dazu sagen würden. Sollten wir es wirklich tun? Mutig sein? Alles hinter uns lassen? Wir haben schließlich auch zwei Söhne, die sicherlich nicht mitkommen wollen. Puh, nun fühlte sich alles doch sehr schwer an. Wollten wir wirklich unser Haus, welches wir in so viel Eigenleistung selbst gebaut hatten nun verkaufen? Unsere sicheren Jobs kündigen. Und spätestens da rief wieder die Freiheit „JAAAAAA!“.

Wir erzählten es unseren Familien und Freunden. Wir leierten unseren Hausverkauf an. Und gingen in die Zukunftsplanung. Was würden wir in Portugal arbeiten, um Geld zu verdienen, welche bürokratischen Schritte werden erforderlich, um in Portugal leben zu können, etc….und dabei stieß ich auf Svenja, unsere Portugalexpertin. Wir kauften ihre 3-monatige 1:1-Begleitung und erfuhren alles, was man für eine Auswanderung nach Portugal wissen muss. Sie stärkte uns den Rücken und gab uns das nötige Selbstbewusstsein, es wirklich durchzuziehen. Danke nochmal an dieser Stelle, liebe Svenja!

Im Sommer verkauften wir dann unser Haus und am 1. September 2024 startete unsere Reise in eine neue, ungewisse Zukunft.

Begleitung Portugal

(Wir im Zoom mit Svenja)

 

Der Plan sah folgendermaßen aus:

Wir reisten mit dem Auto für ca. eine Woche über Luxemburg, Frankreich und Spanien nach Portugal, bauten genügend schöne Stopps ein, um es als Urlaubsreise zu genießen und waren so voller Vorfreude auf unser neues Zuhause, dass wir tatsächlich sogar einen Tag früher bei unseren Freunden in Zentralportugal ankamen. Hier wollten wir eine Woche bleiben, bis zum Notartermin und dann in unser neues Heim einziehen. Während wir entspannt mit dem Auto unterwegs waren, ließen wir unser wenig übrig gebliebenes Hab und Gut von einem Umzugsunternehmen mittels Kleintransporter (3,5 Tonner) bereits in unser neues Zuhause bringen. Unsere Freunde halfen beim Ausladen und so war gleich alles dort, wo wir es nach dem Notartermin brauchten.

Beruflich hatten wir hier vor ein kleines Retreat aufzubauen und in überwiegende Selbstversorgung zu gehen. Das Haus verfügte bereits über ein großzügiges Gästeappartement und einen riesigen Olivenhain mit gut 200 Bäumen sowie ausreichend Platz für zwei weitere Ferienunterkünfte, einen Yogaplatz, Gemüsebeete und so weiter. Die Idee war groß und nach vielem darüber nachdenken und recherchieren auch umsetzbar.

 

Die Schocknachricht

Zwei Tage vor dem Notartermin erhielten wir eine schreckliche Nachricht und wir konnten die Quinta nicht mehr kaufen. Ein Schock! Jetzt waren wir also quasi heimat- und obdachlos. Unser Hab und Gut stand auf einem fremden Grundstück, in einem fremden Haus…wir waren in dem Moment so dankbar für unsere Freunde, die uns auffingen, uns beistanden und uns erst einmal weiter bei sich wohnen ließen. Und dann kamen wieder schlaflose Nächte. Was sollten wir tun?  Wie sollte es weiter gehen? Wo sollten wir hin? Meine Eltern hatten bereits einen Urlaub nach Portugal gebucht, weil sie uns besuchen wollten und schauen, wo und wie wir nun lebten…Oh mein Gott…

Nur fünf Tage später mussten wir mit ansehen, wie der Ort, wo wir geplant hatten zu leben in Flammen aufging. Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch nicht erahnen, bis wohin die Flammen wanderten, aber der Wind trug sie in einer enormen Geschwindigkeit in die andere Richtung, also nicht ins Dorf, sondern in den weniger dicht besiedelten Teil hin bis zum Nachbarort. Es brannte eine Fläche von etwa 11 Quadratkilometern, wobei das Feuer quasi neben unserem geplanten Grundstück begann, auf der anderen Seite vom Fluss. Da kam der Moment, wo wir alle schockiert auf der Terrasse standen und im Nachthimmel den Flammen zusahen, dass es wohl alles seine Richtigkeit hatte, dass wir nicht drei Tage zuvor dort eingezogen sind.

(Das Feuer vom 16.09.’23 in Lourical do Campo, gesehen von der Quinta unserer Freunde)

 

Aufgeben ist keine Option

Wir sahen uns weiter Portugal an, machten viele wunderschöne Ausflüge und gingen erneut auf Immobiliensuche, denn wir konnten und wollten ja unseren Freunden nicht ewig ihr Gästezimmer wegnehmen. Außerdem stand der Winter vor der Tür und es wurde feucht und kalt. Da nämlich auch unsere Freunde teilweise noch auf einer Baustelle wohnten, fehlte eben unter anderem noch eine Heizung und das war keine Option, gerade mit kleinem Kind.

Unsere Suche erstreckte sich inzwischen auf einen ziemlich großen Teil von Portugal, schließlich wussten wir, hier ist es nahezu überall schön. Wir fanden eine Immobilie, etwa eine halbe Stunde vom Atlantik entfernt. Im 70er Jahre Stil, auf deutlich kleinerem Grundstück ohne große Anpflanzungen, ohne Gästezimmer, geschweige denn Ferienwohnung. Aber für uns war sie groß genug und Gästezimmer hätten wir nachträglich noch ausbauen können und einen Garten anlegen ja auch. Wir vereinbarten also nächste Schritte. Bei einem weiteren Termin, lernten wir einen Portugiesen mit guten Deutschkenntnissen kennen, der als Übersetzer anwesend war.

Doch leider kam auch hier alles anders als erwartet. Wir fühlten uns vom Makler allein gelassen und vom Anwalt der Verkäufer auf gut Deutsch, verarscht. Dank dem Übersetzer, fanden wir allerdings eine Wohnung, die wir erst einmal mieten konnten, damit wir den Druck loswurden, uns zu schnell entscheiden zu müssen. Mitte November, nach also über zwei Monaten im Gästezimmer unserer Freunde, zogen wir also um. Von Castelo Branco nach Pombal.

(Wir renovieren die Wohnung und genießen die Herbstsonne im Hof)

 

Neustart in Portugal: Familie, Schule und Beruf

Und da waren wir. Wir meldeten uns um, unsere Tochter in der Schule an und überlegten uns auch, wie es nun beruflich und finanziell weiter gehen würde. Und da wir nicht wussten, wo es uns am Ende hin verschlägt, kamen wir zu dem Entschluss uns ein ortsunabhängiges Online-Business aufzubauen. Daran arbeiten wir zur Zeit mit großem Elan und voller Herzblut.

Im Dezember stand dann unser erster Besuch in Deutschland an. Über Weihnachten und Silvester besuchten wir unsere Familien und Freunde. Neben vielen schönen Momenten, wurde dieser Aufenthalt leider auch von einem traurigen Ereignis überschattet, weswegen Amy und ich im Januar alleine zurück nach Portugal flogen. Mathias folgte uns erst 7 Wochen später.

 

Rückschläge, Winterrealität und kreative Wege

Das waren die kältesten 7 Wochen meines Lebens. Die Wohnung, die zwar Heizungen in jedem Zimmer installiert hat, blieb hundekalt. Denn die Heizung war kaputt – was wir leider erst nach Einzug erfuhren. Nun hieß es also warm anziehen, warme Gedanken machen, heißen Tee trinken und hoffen, dass der Winter nur kurz sein würde. Ich hatte in einem Haus noch nie so viele Sachen an. Oft war es tatsächlich so, dass wir uns ausziehen mussten, wenn wir raus gingen, denn draußen war es deutlich wärmer, als drinnen und wenn man dann am Schreibtisch sitzt, ist es eben eisig.

Mit mindestens 5 Lagen dicker Klamotten, gefütterten Winterschuhen und Handschuhen ohne Fingerspitzen, saß ich täglich am Rechner und schrieb fleißig an verschiedenen Büchern, denn ohne Mathias konnte ich nicht an unserem Online-Business weiter arbeiten. So entstanden in den 7 Wochen drei Malbücher mit Mehrwert, weil ich nicht nur Spaß, sondern auch Wissen vermitteln wollte und mir ein Wegwerfen nach vollständigem Ausmalen der Malbücher als Papierverschwendung vorkam.

Mit meinem Herzprojekt „Amy und das Geheimnis der neuen Sprache“ ist ein Kinderbuch entstanden, welches Familien mit Kindern bei der Auswanderung nach Portugal mit dem Lernen der neuen Sprache unterstützt. Aber auch für Portugalurlauber ist das Buch eine schöne Sache.

 

 

Auswandern Portugal Solo Selbstständig

Sind wir inzwischen richtig in Portugal angekommen?

Parallel zu meinen Buchprojekten sah ich mir immer wieder Immobilien an. Und noch bevor Mathias aus Deutschland zurück kam, wurde uns nun auch noch unerwartet die Wohnung gekündigt. Das setzte uns natürlich plötzlich noch mehr unter Druck. Würden wir in zweieinhalb Monaten schaffen endlich unser neues Zuhause zu finden?

JA! Noch am selben Tag der Kündigung hatte ich einen weiteren Besichtigungstermin und tatsächlich kauften wir das Haus. Und auch hier wieder mit enormer Geführlsachterbahn, da wegen dem Riesen-Blackout in Frankreich, Spanien und Portugal unser Notartermin ganze 2x verschoben werden musste. Inzwischen leben wir in dem wunderschönen Haus mit zwei Gästezimmern, einer Möglichkeit ein Gästeappartement auszubauen und einem wunderschönen Garten, mit vielen Orangen- und Olivenbäumen und einem herrlichen Ausblick auf den Serra de Sico. Vor knapp zwei Wochen sind wir, noch pünktlich vorm Kündigungsende der Wohnung, umgezogen und renovieren nun unsere neues Heim. Endlich können wir wieder beruhigt und gut schlafen und blicken weiter vertrauensvoll nach vorn.

(Wir halten die Schlüssel zu unserem neuen Zuhause in den Händen.)

 

An dieser Stelle geht ein herzliches DANKESCHÖN raus, an all unsere Unterstützer vor Ort:

Svenja, für ihre Expertise und Mitfiebern,

unsere Freunde S. & P., bei denen wir so lange wohnen durften und die uns in der schlimmsten Phase aufgefangen haben,

Ilidio & Florinda, für ihre Hilfe während der Übergangszeit,

Marco, für seine unermüdliche Hilfe bei der Suche nach einem neuen Zuhause

und natürlich auch an all unsere Unterstützer im Herzen:

unsere Familien

und Freunde in der alten Heimat.

Alles Liebe geht raus von Amy, Mathias und Annelie

 


Autorenprofil:

Annelie Rose

Sie gestaltet Kinder-Malbücher mit Mehrwert („Fruchtigen Superhelden“,  „Tierischen Superhelden“, „Better-Together“-Malbuch für Mutter und Tochter auf Englisch und Portugiesisch) und hat ihren ersten Ernährungsratgeber „Essen für ein besseres Leben – warum eine gesunde Ernährung so wichtig ist“ herausgebracht. Du findest alle ihre Werke hier.

Außerdem ist sie u.a. zertifizierte ganzheitliche Gesundheitsberaterin sowie Energieheilerin und wird gemeinsam mit Mathias, einem Sport- & Fitnesskaufmann und zertifiziert in der Wirbelsäulenaufrichtung, ein ganzheitliches Inner-Radiance-Programm herausbringen, was Menschen hilft weg von stressbedingter Erschöpfung und gesundheitlichen Einschränkungen, hin zu Stressresilienz und ganzheitlicher Gesundheitsoptimierung. Auf Instagram findet ihr sie unter @quinta.de.rosas (Thema Auswanderung) sowie unter @hilfe.fuer.koerper.geist.seele (Thema Gesundheit).

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