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Autor: svenja.stapper

Auswandern nach Portugal: 4 Gründe für einen Fehlstart

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Erwartungen, Alltag und Sprache

Wer nach Portugal zieht, muss sich auf mehr als Sonne und Meer einstellen: Bürokratie, Winter, Wohnkosten und fehlende Sprachkenntnisse werden oft unterschätzt.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Monatsrückblick Juli in Portugal

Diesen Monat habe ich echt viele neue „Dinge“ gemacht; mich neuen Herausforderungen gestellt und war viel „social“ unterwegs, um neue Leute kennenzulernen und den Sommer richtig auszukosten – bevor ich jetzt im August nach Deutschland fliege für Zeit mit der Familie.

Freiwilligen Arbeit

Seit diesem Monat bin ich fest 1x die Woche im Tierheim ASFA in Cascais und gehe mit 3-4 Hunden (von über 200!) spazieren. Um diese „Stelle“ habe ich mich bereits im Mai bemüht, aber wie das immer so ist in Portugal, hat sich die Bürokratie noch etwas gezogen. Man kann nämlich nicht einfach so zum helfen kommen, sondern muss Formulare ausfüllen, Impfungen nachweisen und ein Training ablegen. Und da es im Juni schon extrem heiß war, gab es kaum Termine für die Trainings. Aber jetzt läuft es ganz gut, ich werde jede Woche selbstbewusster: im Umgang mit den Hunden sowie auch in meinem Portugiesisch mit den Leitern und anderen Freiwilligen.

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Mein alter Mitbewohner Pedro und ich bei der Associação São Francisco de Assis – Cascais

Für mich ganz besonders: ich kann meine schlechte Erfahrung von meiner 1. Freiwilligenarbeit mit Hunden in Thailand Anfang des Jahres überschreiben. Dort hatte ich tatsächlich richtig Angst vor den Hunden, da die alle sehr malträtiert waren und sich jederzeit untereinander attackieren konnten. Und die Besitzerin war auch ziemlich fordernd und schroff zu uns. Das darf ich jetzt hier ganz anders erfahren, wenn man mal einen Fehler macht. Fehler machen ist menschlich, wir sind nicht alle „allwissend“ vom Himmel gefallen, gell.

Neues Info-Webinar für 0€

Apropos allwissend: ich wusste vor 6 Jahren auch noch nix über Portugal und habe in der Zeit unfassbar viel über Land, Leute und Leben hier lernen dürfen. Einen Einblick gebe ich dazu in meinem neuen kostenlosen Info-Webinar, welches ich diesen Monat rausgebracht habe: „Traum & Realität vom Leben in Portugal“. Für Menschen, die Portugal lieben und über eine Auswanderung nachdenken.

In dem Webinar spreche ich darüber, warum Portugal so ein beliebtes Land ist und was das für neue Auswanderer bedeutet bzw. auch was es heißt, als Ausländerin in diesem Land zu leben; warum trotzdem noch viele scheitern und wie man das vermeiden kann, und wie man sich am besten vorbereitet, um motiviert am Ball zu bleiben. Die 1 h ist kostenlos, weil es meine Mission ist, so vielen Menschen da draußen den Mut zu geben, es auch zu probieren und sich zu trauen – wir haben nur ein Leben und das will gelebt werden.

Hol dir hier das Info-Webinar und lerne noch heute was neues dazu! (Hier klicken)

Wochenendausflug nach Milfontes

Ein Wochenende habe ich mit 2 Freundinnen in Vila Nova de Milfontes verbracht, das liegt bei Sines/ Porto Covo. Wir wollten einfach mal raus aus Lissabon/ Cascais, hatten Lust auf Ruhe und Strand (was im Sommer etwas schwierig ist, da wo wir wohnen). Ich finde Milfontes ist ein totaler Geheimtipp, denn es waren kaum Menschen am Strand und das Städtchen schön ruhig. Der Sandstrand ist wunderschön weiß, kaum Müll und kaum Wellen, und wir haben sogar einen kleinen Oktopus gesehen!

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Strand bei Forte de São Clemente in Vila Nova Milfontes

Ich reise super gerne mit dem Bus durch Portugal und wir sind auch dieses Mal ziemlich günstig mit Rede Expressos gefahren, unter 10 € pro Fahrt. Unser gemeinsames Hostelzimmer inkl. Bad, mit Frühstück für 3 Personen und 2 Nächte hat insgesamt 330 € gekostet. Es gab eine Dachterrasse, Küche und sogar einen Whirlpool. Also vom Preis ging es würde ich sagen.

Socialising Events

Im Juli war ich auf einem ganz tollen Event in Lissabon, wo ich mich schon auf das nächste im September freue: ich war bei einer Gameshow! Ein Portugiese, den ich auf einem anderen Event kennengelernt habe, hat sich gedacht, dass er etwas kreieren möchte, wo man wieder Kind sein darf und das Ego Zuhause bleiben kann. Schaut euch mal seine Seite Useless Skills an, er bietet mehrere Sachen an.

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Social Gameshow in Mude Café, Lissabon © Use[Less] Skills

Bei dieser Gameshow denkt er sich komplett neue Spiele aus – wie z.B. mit Chopsticks so viele Würfel wie man kann in einem Becher zu sammeln, ohne dass die anderen dir welche klauen – und wer verliert, bekommt etwas Witziges zum Anziehen (ich hatte den halben Abend einen Bauchtasche mit einem Bild von einem haarigen Bauchnabel und habs gefeiert). Es war so toll, einfach albern zu sein und sich nicht verstellen zu müssen, nur damit man bei neuen Leuten gemocht wird. Nein, ich war ganz ich selbst und das reichte völlig. Außerdem haben wir alle unser Handys 3h weggelegt und waren wirklich präsent, was mich zu meinem nächsten Event bringt:

Offline Trivia Night in Lissabon

Gestern Abend war ich bei einem Event, wo unsere Handys sogar zu Beginn eingeschlossen wurden, sodass man erst gar nicht in Versuchung gerät, sich hinter dem Screen zu verstecken. Wie oft greifen wir nämlich zum Smartphone, weil wir uns unwohl in der Situation fühlen, dem Smalltalk entgehen wollen oder jede Minute mit etwas füllen müssen, und deswegen im Leben anderer Leute abhängen?

Es war eine Trivia-Nacht und man „musste“ sich zu fremden Menschen an einen Tisch setzen und als Team spielen. Am Anfang gab es eine halbe Stunde zum Ankommen, wo man die ersten Kontakte geknüpft hat und dann haben wir knapp 2h gespielt. Es war echt witzig, manche waren richtig ehrgeizig und es gab auch gute Preise zu gewinnen. Ich freue mich besonders über eine Verbindung zu einer Frau aus Mexiko, denn diesen Winter möchte ich dort 2 Monate verbringen. War also ein gelungener Abend und ich bin froh, wieder aus meiner Komfortzone herausgegangen zu sein, auch wenn danach meine social batteries komplett leer waren.

Schau mal, ob es auch in deiner Stadt offline events gibt!

Was zum Hören

Natürlich gab es diesen Monat auch neue Podcastfolgen mit Carmen, wo wir beiden noch mehr aus unserem Alltag in Portugal berichten (Spoiler, ich war bei einem Open House Event und hab mich ziemlich fremdgeschämt, und gleichzeitig wieder gemerkt, wie verklemmt deutsch ich bin.) Für eine Folge bin ich sehr dankbar, nämlich einem Gastinterview mit meiner Freundin Karin, die sich in Portimao nach 5 Jahren in Portugal, eine Wohnung gekauft hat, die sie als Ferienwohnung umgestaltet hat. Hör gerne mal hier rein, denn Karin erzählt ungefiltert, welche Steine und Hürden sie überqueren musste.

Airbnb Wohnung Karin Portimao
Airbnb Wohnung Karin Portimao, Portugal

Ich hoffe, der Monatsrückblick aus Portugal hat dir gefallen und du hast viele neue Ideen bekommen, wie auch du hier Anschluss finden kannst. Manchmal muss man halt selber den 1. Schritt raus aus der Komfortzone gehen und etwas Neues wagen. Ich kann nur sagen, dass ich super stolz auf mich bin, so viel Neues gemacht zu haben und zu so vielen unbekannten Dingen „ja“ gesagt zu haben. Heute weiß ich, dass es für nichts einen perfekten Zeitpunkt gibt oder dass ich jemals 100 % bereit für etwas bin, sondern dass der Sprung ins kalte Wasser die einzige Möglichkeit ist, aus meinem Leben etwas zu machen.

Schreib mir doch mal, wenn dich dieser Beitrag angesprochen hat und wie du dazu denkst.

Svenja Unterschrift

Wer nach Portugal zieht, tauscht Gehalt gegen Freiheit

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandererin stellt klar

Wer nach Portugal zieht, tauscht Gehalt gegen Freiheit

Sonne und Lebensqualität locken viele nach Portugal. Doch der Neustart gelingt meist nur mit Kompromissen und solidem Finanzpolster.

Mildes Klima, entspannte Lebensweise und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten sind nur einige der Gründe, warum Menschen aus Deutschland nach Portugal auswandern wollen. Was viele jedoch zögern lässt oder sogar davon abhält, ist das deutlich geringere Einkommen.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Arbeiten in Portugal: Warum der Jobwechsel mehr als nur eine Gehaltsfrage ist

Portugal gilt für viele Deutsche als Sehnsuchtsort. Mildes Klima, entspannte Lebensweise und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten machen das Land attraktiv. Doch ein Punkt bremst viele aus: das deutlich geringere Einkommen.

Laut dem portugiesischen Statistikamt Instituto Nacional de Estatística (INE) lag das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt in Portugal 2024 bei 1.602 Euro. Wer nach Portugal auswandert, sollte deshalb realistisch kalkulieren, seine Erwartungen anpassen und sich einen finanziellen Puffer aufbauen. Das schafft Sicherheit und macht den Übergang deutlich entspannter. Gerade am Anfang ist es wichtig, nicht unter zu viel Druck zu stehen. Wer finanziell etwas Luft hat, kann Entscheidungen ruhiger treffen und sich besser auf den Neustart konzentrieren.

Mein Weg in die Selbstständigkeit

Für mich persönlich war die Auswanderung auch der Startpunkt in die Selbstständigkeit. Ich habe mir zunächst in Deutschland nebenbei mein erstes Online-Business aufgebaut und nach einem Jahr in Portugal das zweite. Das war kein leichter Weg, aber einer, der sich für mich gelohnt hat: Portugal hat einen enormen, positiven Einfluss auf meine mentale und physische Gesundheit, und genau das macht für mich den Unterschied zu einem „vermeintlichen“ sicheren Job in Deutschland.

Svenja in Lissabon
Svenja in Lissabon

Einstieg über deutschsprachige Jobs

Nicht jeder will oder kann direkt in die Selbstständigkeit gehen. Für viele ist daher eine deutschsprachige Festanstellung in Portugal ein sinnvoller Einstieg. Über Plattformen wie auslandsjob.de* lassen sich solche Stellen gut finden, vor allem im Kundensupport.

Einige dieser Arbeitgeber bieten häufig Unterstützung bei bürokratischen Themen an und stellen sogar Unterkünfte zur Verfügung. Das ist eine große Erleichterung, wenn man in ein neues Land kommt, niemanden kennt, die Landessprache nicht spricht und sich in allem gleichzeitig zurechtfinden müsste. So ein Job kann ein wichtiger erster Schritt sein, um in Portugal Fuß zu fassen. Später lassen sich vor Ort oft viel leichter Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen und neue Möglichkeiten entdecken.

Perfektion ist keine Voraussetzung

Manche warten auf den perfekten Zeitpunkt zum Auswandern: den perfekten Job, das perfekte Haus, perfekte Sprachkenntnisse. Doch diesen perfekten Moment gibt es nicht. Wer darauf wartet, wird den Schritt vermutlich nie gehen. Auswandern bedeutet immer auch Kompromisse eingehen und Opfer bringen. Genau darin liegt aber oft die Chance für persönliches Wachstum. Man entwickelt sich weiter, sammelt Erfahrungen und baut sich ein Leben auf, das wirklich zu einem passt.

Remote-Arbeiten klingt einfacher, als es ist

Ein häufiger Irrtum ist, dass man einfach mit seinem deutschen Job nach Portugal ziehen kann, nur weil die Arbeit remote möglich ist. Mit einem Wohnsitzwechsel ändern sich steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Pflichten grundlegend, was bedeutet, dass sich ein deutscher Arbeitsvertrag nicht ohne Weiteres ins Ausland übertragen lässt. Hier gilt es, früh in den Austausch mit dem Arbeitgeber zu gehen und über Möglichkeiten zu sprechen.

Fazit

Arbeiten in Portugal bedeutet oft weniger Einkommen, aber auch mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Wer den Schritt ins Ausland wagt, entscheidet sich also bewusst für mehr Eigenverantwortung für sein Leben. Das kann anstrengend sein, eröffnet aber auch neue Möglichkeiten. Gerade dieser Perspektivwechsel ist für viele der eigentliche Gewinn des Auswanderns.

 

 

*Affiliate Link

Realitätscheck: Was vom deutschen Gehalt in Portugal nach Steuern und Miete übrig bleibt

[Gastartikel von Camille Dubois]

Wer den Schritt von Deutschland nach Südeuropa wagt, rechnet oft mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, übersieht dabei aber die steuerliche Progression und den überhitzten Wohnungsmarkt in den Metropolen. Eine Analyse der tatsächlichen Kaufkraft zeigt, dass die Rechnung ohne präzise Daten schnell zum finanziellen Rückschritt wird.

Wer in Berlin oder München lebt, träumt beim Blick auf die Immobilienpreise oft von Lissabon oder der Algarve. Die Logik scheint simpel: Portugal gilt statistisch gesehen als eines der günstigeren Länder Westeuropas. Laut Eurostat-Daten zum Preisniveau lag Portugal 2023 bei den Konsumausgaben der privaten Haushalte etwa 15 % unter dem EU-Durchschnitt, während Deutschland knapp darüber lag. Doch diese makroökonomischen Zahlen sind für den einzelnen Auswanderer trügerisch, sobald man Miete und die lokale Einkommensteuer in die Gleichung aufnimmt.

Die Euphorie über das sonnige Klima wird oft gedämpft, wenn die erste Abrechnung der Autoridade Tributária (AT) eintrifft.

Die Steuerfalle für Fachkräfte und Remote Worker

In Deutschland ist man an hohe Abgaben gewöhnt, doch das portugiesische Steuersystem greift bei mittleren Einkommen oft progressiver zu, als man vermutet. Während der Grundfreibetrag in Deutschland jährlich angepasst wird, sind die Steuersätze in Portugal für Gutverdiener relativ steil. Wer kein Anrecht auf Sonderstatus wie das (mittlerweile stark reformierte) NHR-Programm hat, zahlt auf ein Gehalt, das in Deutschland als moderat gilt, in Portugal bereits Spitzensteuersätze.

Ein Bruttogehalt von 50.000 Euro klingt in Lissabon nach Luxus, da das Durchschnittsgehalt laut dem Instituto Nacional de Estatística (INE) deutlich niedriger liegt. Nach Abzug der Sozialversicherung (Segurança Social) und der Einkommensteuer bleibt netto jedoch oft weniger übrig, als man für einen vergleichbaren Lebensstandard in einer deutschen B-Stadt benötigen würde.

Um ein Gefühl für die Differenz zu bekommen, nutzen viele unserer Leser einen salary-after-tax calculator, um die Netto-Kaufkraft verschiedener Standorte direkt gegenüberzustellen. Es geht nicht nur darum, was man verdient, sondern was man nach der Miete für das tägliche Leben ausgeben kann.

 

Gehaltsrechner Netlifevalue

Der Wohnungsmarkt frisst die Ersparnis

Das größte Problem der letzten Jahre ist die Entkoppelung der Mietpreise von den lokalen Gehältern. In Lissabon und Porto haben sich die Mieten laut Daten von idealista in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt.

Wer aus Deutschland kommt, erwartet vielleicht, für 1.000 Euro eine großzügige Wohnung im Zentrum zu finden. Die Realität sieht anders aus: In begehrten Vierteln wie Arroios oder Estrela zahlt man für ein renoviertes T1 (Ein-Zimmer-Wohnung) oft zwischen 1.200 und 1.500 Euro. Vergleicht man das mit Städten wie Leipzig oder Bremen, ist der vermeintliche Preisvorteil Portugals schlicht nicht mehr vorhanden.

So.

Wenn man also 3.000 Euro netto verdient, aber 1.400 Euro für die Miete ausgibt, bleiben 1.600 Euro für den Rest. In einer deutschen Stadt mit ähnlichem Gehaltsgefüge zahlt man für die gleiche Wohnqualität vielleicht 900 Euro warm. Der „Sonnenzuschlag“ kostet hier also bares Geld.

Kaufkraft jenseits von Kaffee und Gebäck

Oft wird argumentiert, dass das Leben „draußen“ günstiger sei. Ein Bica (Espresso) für 80 Cent und ein Mittagstisch für 10 Euro sind in Portugal absolut realisierbar. Das verzerrt jedoch die Wahrnehmung der Gesamtkosten.

Strom, Gas und Internet gehören in Portugal zu den teuersten in Europa, wenn man sie ins Verhältnis zum Einkommen setzt. Die Strompreise (Eurostat 2023) liegen aufgrund hoher Steuern und Umlagen oft auf deutschem Niveau oder darüber. Da viele portugiesische Häuser zudem schlechter isoliert sind, steigen die Heizkosten im kurzen, aber feuchten Winter massiv an – meist über elektrische Heizkörper, was die Rechnung in die Höhe treibt.

Auch Autos sind in Portugal aufgrund der ISV (Imposto Sobre Veículos) deutlich teurer als in Deutschland. Wer sein deutsches Auto einführen will, erlebt bei der Umschreibung oft einen bürokratischen und finanziellen Albtraum.

Die NetLifeValue-Perspektive: Wo lohnt es sich wirklich?

Wir berechnen bei NetLifeValue den Index für 36 Länder, indem wir das verfügbare Einkommen nach Steuern und Miete ins Verhältnis zur lokalen Qualität der Dienstleistungen setzen. Portugal landet dabei oft im Mittelfeld. Es punktet extrem hoch bei der Sicherheit und dem Klima, verliert aber Punkte bei der wirtschaftlichen Effizienz für Angestellte.

Für digitale Nomaden mit ausländischen Verträgen sieht die Welt anders aus, aber wer plant, lokal für ein portugiesisches Unternehmen zu arbeiten, sollte sehr hart verhandeln. Ein lokales Gehalt anzunehmen, bedeutet fast immer einen harten Einschnitt in die Sparquote.

Man darf nicht vergessen, dass Deutschland ein sehr effizientes System bei der Kaufkraft von Konsumgütern hat. Supermärkte in Deutschland gehören zu den günstigsten weltweit. In Portugal sind Markenprodukte im Supermarkt (Hygieneartikel, Waschmittel, Elektronik) oft 20 % teurer als bei Rossmann oder Lidl in Deutschland.

 

Preis Index NetlifeValue

Strategien für die Planung

Bevor man den Mietvertrag in Deutschland kündigt, sollte man drei Szenarien durchrechnen:

Zuerst das Worst-Case-Szenario mit einer Miete am oberen Rand und einer Besteuerung als ansässiger Steuerzahler ohne Privilegien. Dann ein realistisches Szenario, das auch Puffer für private Krankenversicherungen enthält, da das öffentliche System (SNS) in Portugal oft überlastet ist.

Wer nicht zwingend in Lissabon oder Porto sitzen muss, sollte Städte wie Coimbra, Aveiro oder das Hinterland der Algarve prüfen. Hier sinken die Mieten signifikant, während die Lebensqualität und die Infrastruktur (Glasfaser-Internet ist in Portugal fast überall besser als in Deutschland) hoch bleiben.

Am Ende ist die Entscheidung, nach Portugal zu gehen, selten eine rein finanzielle. Es ist eine Entscheidung für eine andere Taktung des Alltags. Aber damit dieser Alltag nicht vom Stress um die nächste Stromrechnung dominiert wird, muss die Kalkulation vorher auf harten Daten basieren, nicht auf dem Preis des letzten Urlaubs-Kaffees.

— Camille Dubois, editorial at NetLifeValue

So schützen Sie sich in Portugal vor teurer Abzocke

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Neustart im Ausland

So schützen Sie sich in Portugal vor teurer Abzocke

Viele Menschen wollen nach Portugal auswandern, doch wer keine Kontakte vor Ort hat, fürchtet Abzocke. So erkennen Sie Betrüger schon vorab. – Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Auswandern nach Portugal: Diese 3 Fehler macht fast jeder

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandern nach Portugal: Diese 3 Fehler macht fast jeder

Auswandern in ein anderes EU-Land klingt zunächst unkompliziert, schließlich sind die Behörden ähnlich. Was viele unterschätzen: was danach kommt. – Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Warum Englisch in Portugal nicht reicht

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Englisch allein reicht nicht

Portugal-Auswanderin räumt mit Sprach-Irrtum auf: „Nach 6 Monaten hat es Klick gemacht“

Viele Auswanderer glauben, mit Englisch in Portugal gut zurechtzukommen. Warum das ein Trugschluss ist und weshalb Sprache über Ankommen entscheidet.

— Du kannst den Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Neues Leben in Portugal – was ich (nicht) vermisse

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Neues Leben in Portugal

Auswanderin Svenja zieht Fazit: Was ich an Deutschland vermisse und was nicht

Träumen Sie vom Leben in der Sonne? Auswanderin Svenja teilt ihre Geschichte, nachdem sie sich für einen Neustart in Portugal entschieden hat.

— Du kannst den ganzen Artikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Wie ich mir meinen Traum vom Leben am Meer erfüllt habe – Meine Portugal Geschichte

[Gastartikel von Karin Steffens]

Der Traum vom Meer beginnt an der Mosel

Schon als Kind träumte ich davon, am Meer zu leben. Jeden Tag mit den Füßen durch den Sand gehen zu können, die Möwen zu hören, den Wellen zu lauschen. Aufgewachsen bin ich an der Mosel, einem ruhigen Fluss, der sich durch die Weinberge von Rheinland-Pfalz schlängelt. Direkt gegenüber unseres Hauses befand sich der Fluss.

Meine Kindheit verbrachte ich oft mit kleinen „Abenteuerreisen“ im Schlauchboot – 3 km flussaufwärts zu einer unbewohnten Insel, während ich von großen Entdeckungen träumte. Die Ferne hatte auf mich immer einen großen Reiz. Doch etwas störte mich zu Hause: Direkt am anderen Ufer begann der Hang, der mir die Sicht in die Ferne nahm. Ich fühlte mich oft eingeschränkt, als hätte ich ein „Brett vor dem Kopf“. Schon früh träumte ich von der großen, weiten Welt: Mit 12 wollte ich ein Segelboot besitzen, mit 15 eine Weile unter Ureinwohnern in Afrika leben.

 

Erste Schritte in die Welt: Jordanien, Neuseeland und mehr

Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin eröffnete sich plötzlich eine außergewöhnliche Gelegenheit: Ich bekam ein Jobangebot als private Physiotherapeutin in Jordanien. Ein ganzes Jahr lebte ich dort – in einer fremden Kultur, mit neuer Sprache und unzähligen Eindrücken. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens. In dieser Zeit verbesserten sich meine Englischkenntnisse enorm, und auch mein Selbstbewusstsein wuchs spürbar.

Damit erfüllte ich mir meinen großen Traum: Es ging auf Weltreise – acht Monate Neuseeland, dreieinhalb Monate Australien und zwei Wochen Südsee. Wow – was für eine Zeit!

Karriere und Fernweh – der Spagat

Zurück in Deutschland arbeitete ich als leitende Physiotherapeutin, studierte parallel Gesundheitsökonomie und träumte davon, Geschäftsführerin einer Rehaklinik zu werden – vielleicht ja irgendwann am Meer. Zwischen 2010 und 2020 reiste ich weiterhin viel: Rucksack, Abenteuer, über 40 Länder. Doch eine Frage blieb offen: Wohin gehöre ich langfristig?

Konzernstrukturen, Pendelstrecken und der Wunsch nach Freiheit

Ich arbeitete im Projektmanagement eines Krankenhauskonzerns – sicher, strukturiert, aber träge. Jeden Tag pendelte ich 160 Kilometer zwischen Berlin und Brandenburg, immer mit dem Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. Die Wochen waren voll, doch innerlich wuchs die Unzufriedenheit. Ich wollte raus aus festen Strukturen, ortsunabhängig arbeiten und mein Leben freier gestalten. In Berlin, wo Individualität gelebt wird, nahm der Gedanke an die Selbstständigkeit Gestalt an. Doch womit sollte ich diesen Schritt gehen?

Datenschutz & Virtuelle Assistenz als Einstieg in die Online-Selbstständigkeit

Anfang 2020 habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Ich hatte zuvor intensiv recherchiert, was sich online alles machen lässt – Amazon FBA, Dropshipping, Network Marketing, Ghostwriting. Doch nichts davon fühlte sich richtig an. Also besann ich mich auf das, was ich bereits konnte: Projektmanagement, Assistenzaufgaben – und Datenschutz.

Onlinekurse galten damals als der Weg zu passivem Einkommen. Das brachte mich auf eine Idee: Bereits 2017 hatte ich im Rahmen eines Klinikprojekts das Thema DSGVO betreut und wurde zur Datenschutzbeauftragten ausgebildet. Dabei merkte ich schnell: Datenschutz liegt mir. Ich kann komplexe Themen so erklären, dass sie auch für Laien verständlich werden – ein klarer Vorteil, denn viele empfinden Datenschutz als trocken und abschreckend. Zudem ist das Thema wirklich wichtig.

Virtuelle Assistentin

Ich startete mit einem Mix aus Datenschutzberatung, Projektmanagement und Virtueller Assistenz. Statt mich auf eine Sache festzulegen, wollte ich Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und mir ein ortsunabhängiges, flexibles Arbeitsleben aufbauen. Vor allem aber wollte ich mein Leben aktiv gestalten und andere Digitalnomaden kennenlernen.

Karin Steffens VA

 

Von Bali nach Portugal: Corona, Chaos und der Zufall des Lebens

Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als Bali? 2020 – zwei Wochen nach meiner Gründung – flog ich los. Bei einem Stammtisch in Canggu lernte ich Svenja kennen. Als eine Woche später die Corona-Panik ausbrach, zogen wir zusammen mit anderen in ein Gästehaus mit Pool – eine tolle Freundschaft entstand. Die Zumba-Stunden im Garten bleiben unvergessen. Doch bald wurde es uns zu ungewiss. Mit einem der letzten Flüge kehrten wir nach Deutschland zurück. Ich lebte sechs Monate in Köln, doch eines war klar: Ich musste weiterziehen. Auch Svenja wollte wieder los. „Karin, komm, wir gehen nach Portugal. Lass uns nach Lissabon ziehen.“

 

Karin Algarve Klippen

 

Algarve statt Großstadt – Mein neues Zuhause in Portimão

Aber ich wollte keine Stadt mehr, sondern mehr Natur. MEER UND SEEEEEGELN ⛵! Also googelte ich: „Wo ist es schön in Portugal?“ Denn ich war noch nie dort gewesen. Meine Wunschort-Bucketlist lautete:

☑️ Meer mit langem Strand zum Spazieren

☑️ Sauberes Wasser zum Schwimmen

☑️ Marina & Segelschule

☑️ Capoeira-Gruppe

☑️ Freundliche, ehrliche Menschen

☑️ andere Digital Nomaden

☑️ Sicherer Ort

☑️ Schnelle und gute Anbindung nach Deutschland, wenn meine Eltern mich mal brauchen sollten oder ich Freunde & Familie besuchen möchte

☑️ dennoch eine kleine Stadt, so dass man nicht für alles ewig fahren muss

 

Drei YouTube-Videos später klang eine kleine Stadt namens Portimão verlockend. Ticket gebucht, Sachen verkauft – los ging’s. Einen Tag nach meiner Ankunft stellte Deutschland die Flüge nach Portugal ein. Es war die absolute Corona-Hochsaison – aber ich war da. An der Algarve.

Karin segelboot

 

Neustart mit Hürden – und viel Durchhaltevermögen

Die Ankunft war schwierig: Sprachbarriere, soziale Kontakte knüpfen während Corona, bürokratische Hürden. Vieles war unklar, die Aussagen im Internet, in Foren und von Bekannten widersprüchlich und frustrierend. Selbst die Bankberater gaben mir alle unterschiedliche Auskünfte, welche Dokumente sie nun z.B. zur Eröffnung eines Geschäftskontos hier benötigten. Stunden, Tage, Wochen der Recherche… Wem vertraut man, wenn jeder etwas anderes erzählt. Das hat mir viel Energie geraubt, unruhige Nächte verursacht und einfach nur genervt.

Letzten Endes investierte ich dann dennoch Geld in Hilfe vor Ort (ich hätte mir also Wochen der Arbeit sparen können) und wünschte mir, es hätte schon damals den Service von Svenja gegeben. Besonders die Wahl eines richtigen Buchhalters ist in Portugal Gold wert, denn hier funktioniert vieles anders als in Deutschland. Und ich kenne kaum jemanden, der zufrieden ist mit seinem Buchhalter…

Auswandern Portugal Solo Selbstständig

Mein Fazit nach 4,5 Jahren Portugal

Der Schritt war endgültig: der Wohnsitz in Deutschland wurde aufgegeben, das Unternehmen dort geschlossen und in Portugal neu gegründet. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten erwies sich dieser Weg als die beste Entscheidung. Heute fühlt sich dieses Leben wie ein echtes Paradies an – regelmäßiges Segeln mit einer tollen Crew, lange Strände, eine freundliche Mentalität und gleichzeitig die Nähe zur Familie. In nur vier Stunden ist der Weg zu den Eltern möglich, Besuche von Neffen, Familie und Freunden gehören längst dazu. Und wer hätte nicht gern jemanden, den man am Meer besuchen kann?

Portugal hat längst einen festen Platz im Herzen. Dieser Schritt würde jederzeit wieder genauso gegangen werden. Und die Frage „Wohin gehöre ich langfristig?“ lässt sich heute klar beantworten: nach Portugal.

Karin Algarve Klippen

 


Autorenprofil: Karin Steffens

Karin arbeitet seit 2020 selbstständig als Datenschutzbeauftragte, Projektmanagerin und Virtuelle Assistentin. Der Schritt in die Selbstständigkeit entstand aus dem Wunsch nach mehr Freiheit und Flexibilität – schon immer wollte sie am Meer leben, ohne Pendeln, ohne Verkehrsstau, ohne 50-Stunden-Woche. Da sie für ihren alten Beruf wenige Möglichkeiten sah, hat sie sich einfach umgesehen, welche Wege es gibt, online Geld zu verdienen, und sich ihr Berufsbild selbst zusammengestellt.

Heute unterstützt sie vor allem Selbstständige dabei, ihre datenschutzrechtlichen Pflichten einfach und praxisnah umzusetzen. Neben ihrer Tätigkeit als externe Datenschutzbeauftragte übernimmt sie auch Projekt- und Assistenzaufgaben für Startups – für mehr Abwechslung, Inspiration und Einblicke in junge, dynamische Arbeitswelten.

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