Skip to main content

Autor: svenja.stapper

Sechs Jahre in Portugal: Aus der Fremde wurde echte Heimat

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandererin zieht Bilanz.

Sechs Jahre voller Herausforderungen, neuer Chancen und Erfolge: Was ich in Portugal gelernt habe und weshalb ich heute vieles anders sehe.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Monatsrückblick September in Portugal

Zurück aus meinem Deutschland-Aufenthalt im August, hab ich mich wieder in meine Routinen in Portugal gestürzt. Außerdem: habe ich meine neue Hausärztin kennengelernt, war in Porto bei Carmen, habe meinen neuen Reisepass abgeholt und tatsächlich schon meinen 6. Portugal-Geburtstag gefeiert. Und zwischendrin gab es natürlich auch wieder die eine oder andere kleine Erinnerung daran, dass Auswandern zwar wunderschön ist, aber eben auch nie ganz aufhört.

Portugiesisch lernen: Einfach ins kalte Wasser springen

Dieses Jahr habe ich etwas angefangen, von dem ich mir im Nachhinein wünschte, ich hätte es schon viel früher gemacht: Ich gehe regelmäßig einmal pro Woche ins Tierheim und zum Portugiesisch-Kaffee-Meet-up, und da MUSS ich Portugiesisch sprechen. Nicht perfekt. Nicht fehlerfrei. Aber sprechen.

Und genau das ist der Punkt. Ich wünschte, ich hätte mich schon vor Jahren getraut, mich in solche Situationen zu begeben, wo ich Portugiesisch sprechen muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich viel schneller sicherer geworden wäre.

Ich habe darüber auch mit Carmen in einer Podcastfolge gesprochen (kommt im Oktober noch raus) und wir sagen beide: Es gibt keine Ausrede, die Sprache NICHT zu lernen..

Keine Zeit? Dann vielleicht öfter mal Netflix ausmachen und stattdessen Portugiesisch sprechen.

Kein Geld? Es gibt kostenlose Apps und günstige Sprachkurse.

Zu alt? Auch Menschen mit 80 Jahren können noch eine neue Sprache lernen.

Auch „Ich habe hier nur Deutsche oder Englischsprachige um mich herum“ ist keine Lösung. Natürlich kann das Umfeld einen Einfluss haben. Aber am Ende liegt es an uns selbst, ob wir bewusst versuchen, Portugiesisch zu sprechen.

Mein größtes Learning daraus: Du musst nicht erst gut Portugiesisch können, um Portugiesisch zu sprechen. Du wirst besser, weil du sprichst.

Willst du jetzt anfagen, Portugiesisch zu lernen? Dann empfehle ich dir den Kurs von meiner Kollegin Dina.(Affiliate-Link, Dina und ich unterstützen uns gegenseitig mit ein bisschen Marketing)

Endlich: Meine neue Hausärztin

Nach mittlerweile sechs Jahren in Portugal habe ich nun tatsächlich endlich eine Hausärztin in meinem Gesundheitszentrum bekommen. Bisher war ich für Check-ups oder wenn ich Beschwerden hatte meistens in privaten Kliniken. Ich habe zwar eine private Zusatzkrankenversicherung, aber natürlich kostet das trotzdem Geld.

Jetzt konnte ich meine Untersuchungen zum ersten Mal über den portugiesischen nationalen Gesundheitsservice machen lassen – alles kostenlos.

Der Haken: Ich habe ca. zwei Monate auf die Termine gewartet.

Aber ganz ehrlich? Für einen normalen Check-up finde ich das völlig in Ordnung. Wie überall gibt es zu wenig ÄrztInnen für zu viele Menschen, deswegen hat es jetzt einfach gedauert, bis mir ein médico de família zugewiesen wurde.

Porto und Podcast

Im September war ich außerdem in Porto und habe dort Carmen getroffen. Wir haben gemeinsam eine Live-Folge für unseren Podcast aufgenommen und außerdem einen neuen Trailer gedreht. Und was soll ich sagen? Wir hatten einfach richtig viel Spaß.

Auf unserem Podcast „Leben in Portugal: Auswandern und Ankommen“ geben wir Einblicke in unser Leben, in den portugiesischen Alltag, die schönen Momente, aber eben auch in die Herausforderungen. Denn Auswandern hört nicht einfach irgendwann auf.

Es kommen immer wieder neue Situationen auf einen zu. Man lernt neue Dinge, muss sich mit neuen Herausforderungen auseinandersetzen und erlebt gleichzeitig wunderschöne Momente. Genau das möchten wir im Podcast zeigen: ein ehrliches Leben in Portugal.

Wir hoffen, dass wir damit ganz viele Menschen da draußen motivieren und inspirieren können, sich zu trauen, wenn Portugal für sie der richtige Schritt ist.

Ein bisschen Bürokratie darf natürlich auch nicht fehlen

Letzten Monat konnte ich z.B.. meinen neuen Reisepass bei der deutschen Botschaft abholen. Gleichzeitig habe ich bestimmt 10 Emails an das portugiesische Amt geschrieben, denn meine Daueraufenthaltskarte ist immer noch nicht da. Nicht nur das; im Online-Portal von AIMA ist mein ganzer Antrag verschwunden! Aber ich stress mich nicht, schließlich muss ich im Gegensatz zu anderen ZuzüglerInnen keine Angst haben, dass man mich aus dem Land abschiebt. Also übe ich mich mal wieder in Geduld.

Sechs Jahre Portugal! 

Am 13. September war es dann soweit: Mein persönlicher Portugal-Geburtstag.

Unfassbar, wie schnell diese sechs Jahre vergangen sind. Ich habe den Tag mit einem schönen Dinner und anschließend einer 80er-/90er-Party gefeiert. Und natürlich durfte auch ein kleines portugiesisches Erlebnis nicht fehlen:

Wir waren schon relativ früh, gegen 18 Uhr da. Um ca. 19 Uhr wollten sich plötzlich ein paar gestandene Erwachsene auf der Tanzfläche prügeln. Peinlich…

Was mich dabei fast noch mehr amüsiert hat, war aber die Reaktion der Sicherheitsleute. Die kamen tatsächlich erst nach ungefähr fünf Minuten ganz langsam auf die Tanzfläche, während der DJ einfach weiterspielte und sich alle anderen drumherum das Spektakel anschauten.

Für mich war das irgendwie sehr portugiesisch: Calma, calma. Tranquilo. 😂

In Deutschland wären vermutlich – völlig unabhängig davon, wer angefangen hat – beide Beteiligten schnurstracks von der Tanzfläche und anschließend aus dem Club befördert worden.

Und damit verabschiede ich mich in den Oktober. Den verbringe ich noch hier in Portugal, bevor ich dann für den Winter wieder in sonnige Gefilde abzische. Der Flug nach Rio ist schon gebucht und ich freue mich sehr, 1 Jahr später schon wieder in Brasilien zu sein, und Freundinnen wiederzutreffen.

Wenn dir der Schwung aus meinem Leben gefallen hat, lass es mich gerne wissen und erzähl mir von deinem September. svenja@auswandern-nach-portugal.com

Monatsrückblick August in Portugal

Diesen Monat habe ich zu 2/3 gar nicht in Portugal verbracht, denn ich war auf Heimatbesuch in Deutschland. Aber von einem sehr typisch portugiessichen „Event“ kann ich dennoch erzählen: Und zwar war ich bei meiner portugiesischen Oma zum „Lanche“ eingeladen.

In diesem Monatsrückblick geht es um

  • portugiesisches Lanche
  • Urlaub in Deutschland
  • Wohnen in Portugal

Kurz: meine portugiesische Oma ist Donna Fátima, die Besitzerin von der Hausgemeinschaft, wo ich 4 Jahre am Stück gelebt habe. Sie ist über 80, lebt selbst in der Ferienwohnung der Familie an der Algarve und kommt entweder an Weihnachten oder für Arzttermine nach Lissabon hoch. Am Anfang konnte ich mich leider wegen meines nicht vorhandenen Portugiesischs nur wenig mit ihr unterhalten. Das hat sich jetzt stark geändert und wir haben uns 3h lang auf Portugiesisch unterhalten. Ich habe gesehen, dass sich meine Mühe die letzten Jahre gelohnt hat und bin sehr stolz, dass ich dran geblieben bin.

Wenn du dich auch gut verständigen und vor allem verstanden fühlen willst, rate ich dir, so früh wie möglich mit dem Lernen anzufangen. Meine Herzensempfehlung: der Portugiesisch A1 + A2 Kurs von der lieben Dina,* die selbst als Portugiesin in die Schweiz ausgewandert ist.

Was ist ein Lanche?

Ein Lanche ist ein Nachmittags-Snack, also zwischen Mittagessen (almoço) und Abendessen (jantar). Wir haben uns Sonntag um 17 Uhr bei ihrer Tochter in der Wohnung getroffen (juhu ich wurde nach Hause eingeladen, sehr selten sowas) und das stand auf dem Tisch:

  • Maracuja und Feigen aus dem eigenen Garten sowie Wassermelone
  • Croissants und Cracker
  • Guacamole mit Oliven
  • Süßes Gebäck und selbstgemachter Eistee

Was sagst du dazu? Für mich ist die Kombination und Uhrzeit sehr ungewohnt, und ich brauchte danach kein Abendessen mehr, so viel war klar!

Übrigens hat sich Donna Fátima richtig hübsch gemacht für den Lanche und war extra noch beim Friseur. Das könnte typisch für die Generation sein, würde ich sagen, nicht unbedingt portugiesisch.

Deutschland Besuch

So lange war ich schon lange nicht mehr auf Heimatbesuch: Ganze 3 Wochen war ich im August vor Ort. Erst eine Woche im Schwarzwald bei meinem Onkel Motorrad fahren, dann in Münster bei der Familie, in Köln und Paderborn bei Freunden und in München bei meinem Kunden. Es war eine schöne Zeit, aber auch fordernd, denn ich war ziemlich viele Rollen sehr intensiv: Tochter, Schwester, Nichte, Cousine, Tante, Freundin und Kollegin. Jetzt, zurück in Portugal, hab ich mich am 1. Tag etwas leer gefühlt und musste erstmal wieder mich und meinen Alltag finden.

Obwohl ich jedes Mal beim Besuch in Deutschland vom Stress krank werde und 1-2 Stops bei Freunden absagen muss, hab ich es anscheinend noch nicht gelernt, mir selbst mehr Zeit einzuräumen bei diesen Trips. Das nehme ich auch dieses Mal wieder als Learning mit: es hat mich zu viel Energie gekostet und ich hab mir nicht Sachen eingeräumt, die mir Energie geben, wie alleine sein oder Sport machen.

Vielleicht hast du das auch schon erlebt, wie so ein Heimatbesuch schnell zu einem Pflichtprogramm wird? Ich würde mich mal freuen, wenn die Besuche andersherum auch so selbstverständlich wären. Es sind diesen Monat einfach schon 6 Jahre, die ich in Portugal lebe, Wahnsinn! Das muss gefeiert werden.

Kurven räubern mit meinem Brudi
Oh wie schön ist der Bodensee
Oh wie schön ist der Bodensee

Typisch Deutsch

Zwei Sachen, die mir noch richtig witzig in Deutschland aufgefallen sind:

Bei meinem Onkel war ich in einer FeWo direkt neben seiner, und wir haben beide morgens erstmal alle Türen und Fenster aufgemacht. Lüften ist für uns selbstverständlich, in Portugal wird man aber komisch angeguckt!

Warum das so wichtig ist und was sonst noch anders läuft beim Thema Wohnen, habe ich auch in einem „Wohnen in Portugal“-Paket zusammengefasst: einen umfangreichen PDF-Guide zum portugiesischen Wohnungsstandard und zu den Unterschieden sowie ein knackiges Video mit Tipps zur Wohnungsbesichtigung von mir als Innenarchitektin (FH).

Schau es dir mal an und bereite dich gut vor.

Gesamtpaket Wohnen

Die 2. Sache ist witzigerweise der allseits beliebte Spaziergang, vor allem nach Kaffee und Kuchen. Macht deine Familie das auch? Also in Portugal bin ich ja so verwundert, wenn die Portugiesen beim Sonnenuntergang am Strand in ihren Autos sitzen bleiben… Darüber unterhalte ich mich mit Carmen in dieser Podcastfolge. Hör gerne mal rein, was uns noch so aufgefallen ist.

Das war mein August, mehr in Deutschland als in Portugal, und das habe ich dieses Jahr extra so gemacht, denn der Monat ist brutal heiß und ziemlich voll mit Touris, zumindest bei mir in Cascais. Das hat man davon, wenn man in eine Urlaubsregion auswandert: Luxusprobleme. Ich bin dankbar für meine Privilegien und bin mir dessen jeden Tag bewusst.

Wenn dich mein Monatsrückblick angesprochen hat, schreib mir gerne. Ich freue mich immer, von Portugal-Fans zu hören.

Auswandern nach Portugal: 4 Gründe für einen Fehlstart

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Erwartungen, Alltag und Sprache

Wer nach Portugal zieht, muss sich auf mehr als Sonne und Meer einstellen: Bürokratie, Winter, Wohnkosten und fehlende Sprachkenntnisse werden oft unterschätzt.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Monatsrückblick Juli in Portugal

Diesen Monat habe ich echt viele neue „Dinge“ gemacht; mich neuen Herausforderungen gestellt und war viel „social“ unterwegs, um neue Leute kennenzulernen und den Sommer richtig auszukosten – bevor ich jetzt im August nach Deutschland fliege für Zeit mit der Familie.

Freiwilligen Arbeit

Seit diesem Monat bin ich fest 1x die Woche im Tierheim ASFA in Cascais und gehe mit 3-4 Hunden (von über 200!) spazieren. Um diese „Stelle“ habe ich mich bereits im Mai bemüht, aber wie das immer so ist in Portugal, hat sich die Bürokratie noch etwas gezogen. Man kann nämlich nicht einfach so zum helfen kommen, sondern muss Formulare ausfüllen, Impfungen nachweisen und ein Training ablegen. Und da es im Juni schon extrem heiß war, gab es kaum Termine für die Trainings. Aber jetzt läuft es ganz gut, ich werde jede Woche selbstbewusster: im Umgang mit den Hunden sowie auch in meinem Portugiesisch mit den Leitern und anderen Freiwilligen.

asfa asfa

Mein alter Mitbewohner Pedro und ich bei der Associação São Francisco de Assis – Cascais

Für mich ganz besonders: ich kann meine schlechte Erfahrung von meiner 1. Freiwilligenarbeit mit Hunden in Thailand Anfang des Jahres überschreiben. Dort hatte ich tatsächlich richtig Angst vor den Hunden, da die alle sehr misshandelt waren und sich jederzeit untereinander attackieren konnten. Und die Besitzerin war auch ziemlich fordernd und schroff zu uns. Das darf ich jetzt hier ganz anders erfahren, wenn man mal einen Fehler macht. Fehler machen ist menschlich, wir sind nicht alle „allwissend“ vom Himmel gefallen, gell.

Wochenendausflug nach Milfontes

Ein Wochenende habe ich mit 2 Freundinnen in Vila Nova de Milfontes verbracht, das liegt bei Sines/ Porto Covo. Wir wollten einfach mal raus aus Lissabon/ Cascais, hatten Lust auf Ruhe und Strand (was im Sommer etwas schwierig ist, da wo wir wohnen). Ich finde Milfontes ist ein totaler Geheimtipp, denn es waren kaum Menschen am Strand und das Städtchen schön ruhig. Der Sandstrand ist wunderschön weiß, kaum Müll und kaum Wellen, und wir haben sogar einen kleinen Oktopus gesehen!

milfontes
Strand bei Forte de São Clemente in Vila Nova Milfontes

Ich reise super gerne mit dem Bus durch Portugal und wir sind auch dieses Mal ziemlich günstig mit Rede Expressos gefahren, unter 10 € pro Fahrt. Unser gemeinsames Hostelzimmer inkl. Bad, mit Frühstück für 3 Personen und 2 Nächte hat insgesamt 330 € gekostet. Es gab eine Dachterrasse, Küche und sogar einen Whirlpool. Also vom Preis ging es würde ich sagen.

Socialising Events

Im Juli war ich auf einem ganz tollen Event in Lissabon, wo ich mich schon auf das nächste im September freue: ich war bei einer Gameshow! Ein Portugiese, den ich auf einem anderen Event kennengelernt habe, hat sich gedacht, dass er etwas kreieren möchte, wo man wieder Kind sein darf und das Ego Zuhause bleiben kann. Schaut euch mal seine Seite Useless Skills an, er bietet mehrere Sachen an.

useless skills svenja useless skills svenja

Social Gameshow in Mude Café, Lissabon © Use[Less] Skills

Bei dieser Gameshow denkt er sich komplett neue Spiele aus – wie z.B. mit Chopsticks so viele Würfel wie man kann in einem Becher zu sammeln, ohne dass die anderen dir welche klauen – und wer verliert, bekommt etwas Witziges zum Anziehen (ich hatte den halben Abend einen Bauchtasche mit einem Bild von einem haarigen Bauchnabel und habs gefeiert). Es war so toll, einfach albern zu sein und sich nicht verstellen zu müssen, nur damit man bei neuen Leuten gemocht wird. Nein, ich war ganz ich selbst und das reichte völlig. Außerdem haben wir alle unser Handys 3h weggelegt und waren wirklich präsent, was mich zu meinem nächsten Event bringt:

Offline Trivia Night in Lissabon

Gestern Abend war ich bei einem Event, wo unsere Handys sogar zu Beginn eingeschlossen wurden, sodass man erst gar nicht in Versuchung gerät, sich hinter dem Screen zu verstecken. Wie oft greifen wir nämlich zum Smartphone, weil wir uns unwohl in der Situation fühlen, dem Smalltalk entgehen wollen oder jede Minute mit etwas füllen müssen, und deswegen im Leben anderer Leute abhängen?

Es war eine Trivia-Nacht und man „musste“ sich zu fremden Menschen an einen Tisch setzen und als Team spielen. Am Anfang gab es eine halbe Stunde zum Ankommen, wo man die ersten Kontakte geknüpft hat und dann haben wir knapp 2h gespielt. Es war echt witzig, manche waren richtig ehrgeizig und es gab auch gute Preise zu gewinnen. Ich freue mich besonders über eine Verbindung zu einer Frau aus Mexiko, denn diesen Winter möchte ich dort 2 Monate verbringen. War also ein gelungener Abend und ich bin froh, wieder aus meiner Komfortzone herausgegangen zu sein, auch wenn danach meine social batteries komplett leer waren.

Schau mal, ob es auch in deiner Stadt offline events gibt!

Was zum Hören

Natürlich gab es diesen Monat auch neue Podcastfolgen mit Carmen, wo wir beiden noch mehr aus unserem Alltag in Portugal berichten (Spoiler, ich war bei einem Open House Event und hab mich ziemlich fremdgeschämt, und gleichzeitig wieder gemerkt, wie verklemmt deutsch ich bin.) Für eine Folge bin ich sehr dankbar, nämlich einem Gastinterview mit meiner Freundin Karin, die sich in Portimao nach 5 Jahren in Portugal, eine Wohnung gekauft hat, die sie als Ferienwohnung umgestaltet hat. Hör gerne mal hier rein, denn Karin erzählt ungefiltert, welche Steine und Hürden sie überqueren musste.

Airbnb Wohnung Karin Portimao
Airbnb Wohnung Karin Portimao, Portugal

Ich hoffe, der Monatsrückblick aus Portugal hat dir gefallen und du hast viele neue Ideen bekommen, wie auch du hier Anschluss finden kannst. Manchmal muss man halt selber den 1. Schritt raus aus der Komfortzone gehen und etwas Neues wagen. Ich kann nur sagen, dass ich super stolz auf mich bin, so viel Neues gemacht zu haben und zu so vielen unbekannten Dingen „ja“ gesagt zu haben. Heute weiß ich, dass es für nichts einen perfekten Zeitpunkt gibt oder dass ich jemals 100 % bereit für etwas bin, sondern dass der Sprung ins kalte Wasser die einzige Möglichkeit ist, aus meinem Leben etwas zu machen.

Schreib mir doch mal, wenn dich dieser Beitrag angesprochen hat und wie du dazu denkst.

Svenja Unterschrift

Wer nach Portugal zieht, tauscht Gehalt gegen Freiheit

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandererin stellt klar

Wer nach Portugal zieht, tauscht Gehalt gegen Freiheit

Sonne und Lebensqualität locken viele nach Portugal. Doch der Neustart gelingt meist nur mit Kompromissen und solidem Finanzpolster.

Mildes Klima, entspannte Lebensweise und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten sind nur einige der Gründe, warum Menschen aus Deutschland nach Portugal auswandern wollen. Was viele jedoch zögern lässt oder sogar davon abhält, ist das deutlich geringere Einkommen.

– Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

Arbeiten in Portugal: Warum der Jobwechsel mehr als nur eine Gehaltsfrage ist

Portugal gilt für viele Deutsche als Sehnsuchtsort. Mildes Klima, entspannte Lebensweise und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten machen das Land attraktiv. Doch ein Punkt bremst viele aus: das deutlich geringere Einkommen.

Laut dem portugiesischen Statistikamt Instituto Nacional de Estatística (INE) lag das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt in Portugal 2024 bei 1.602 Euro. Wer nach Portugal auswandert, sollte deshalb realistisch kalkulieren, seine Erwartungen anpassen und sich einen finanziellen Puffer aufbauen. Das schafft Sicherheit und macht den Übergang deutlich entspannter. Gerade am Anfang ist es wichtig, nicht unter zu viel Druck zu stehen. Wer finanziell etwas Luft hat, kann Entscheidungen ruhiger treffen und sich besser auf den Neustart konzentrieren.

Mein Weg in die Selbstständigkeit

Für mich persönlich war die Auswanderung auch der Startpunkt in die Selbstständigkeit. Ich habe mir zunächst in Deutschland nebenbei mein erstes Online-Business aufgebaut und nach einem Jahr in Portugal das zweite. Das war kein leichter Weg, aber einer, der sich für mich gelohnt hat: Portugal hat einen enormen, positiven Einfluss auf meine mentale und physische Gesundheit, und genau das macht für mich den Unterschied zu einem „vermeintlichen“ sicheren Job in Deutschland.

Svenja in Lissabon
Svenja in Lissabon

Einstieg über deutschsprachige Jobs

Nicht jeder will oder kann direkt in die Selbstständigkeit gehen. Für viele ist daher eine deutschsprachige Festanstellung in Portugal ein sinnvoller Einstieg. Über Plattformen wie auslandsjob.de* lassen sich solche Stellen gut finden, vor allem im Kundensupport.

Einige dieser Arbeitgeber bieten häufig Unterstützung bei bürokratischen Themen an und stellen sogar Unterkünfte zur Verfügung. Das ist eine große Erleichterung, wenn man in ein neues Land kommt, niemanden kennt, die Landessprache nicht spricht und sich in allem gleichzeitig zurechtfinden müsste. So ein Job kann ein wichtiger erster Schritt sein, um in Portugal Fuß zu fassen. Später lassen sich vor Ort oft viel leichter Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen und neue Möglichkeiten entdecken.

Perfektion ist keine Voraussetzung

Manche warten auf den perfekten Zeitpunkt zum Auswandern: den perfekten Job, das perfekte Haus, perfekte Sprachkenntnisse. Doch diesen perfekten Moment gibt es nicht. Wer darauf wartet, wird den Schritt vermutlich nie gehen. Auswandern bedeutet immer auch Kompromisse eingehen und Opfer bringen. Genau darin liegt aber oft die Chance für persönliches Wachstum. Man entwickelt sich weiter, sammelt Erfahrungen und baut sich ein Leben auf, das wirklich zu einem passt.

Remote-Arbeiten klingt einfacher, als es ist

Ein häufiger Irrtum ist, dass man einfach mit seinem deutschen Job nach Portugal ziehen kann, nur weil die Arbeit remote möglich ist. Mit einem Wohnsitzwechsel ändern sich steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Pflichten grundlegend, was bedeutet, dass sich ein deutscher Arbeitsvertrag nicht ohne Weiteres ins Ausland übertragen lässt. Hier gilt es, früh in den Austausch mit dem Arbeitgeber zu gehen und über Möglichkeiten zu sprechen.

Fazit

Arbeiten in Portugal bedeutet oft weniger Einkommen, aber auch mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Wer den Schritt ins Ausland wagt, entscheidet sich also bewusst für mehr Eigenverantwortung für sein Leben. Das kann anstrengend sein, eröffnet aber auch neue Möglichkeiten. Gerade dieser Perspektivwechsel ist für viele der eigentliche Gewinn des Auswanderns.

 

 

*Affiliate Link

Realitätscheck: Was vom deutschen Gehalt in Portugal nach Steuern und Miete übrig bleibt

[Gastartikel von Camille Dubois]

Wer den Schritt von Deutschland nach Südeuropa wagt, rechnet oft mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, übersieht dabei aber die steuerliche Progression und den überhitzten Wohnungsmarkt in den Metropolen. Eine Analyse der tatsächlichen Kaufkraft zeigt, dass die Rechnung ohne präzise Daten schnell zum finanziellen Rückschritt wird.

Wer in Berlin oder München lebt, träumt beim Blick auf die Immobilienpreise oft von Lissabon oder der Algarve. Die Logik scheint simpel: Portugal gilt statistisch gesehen als eines der günstigeren Länder Westeuropas. Laut Eurostat-Daten zum Preisniveau lag Portugal 2023 bei den Konsumausgaben der privaten Haushalte etwa 15 % unter dem EU-Durchschnitt, während Deutschland knapp darüber lag. Doch diese makroökonomischen Zahlen sind für den einzelnen Auswanderer trügerisch, sobald man Miete und die lokale Einkommensteuer in die Gleichung aufnimmt.

Die Euphorie über das sonnige Klima wird oft gedämpft, wenn die erste Abrechnung der Autoridade Tributária (AT) eintrifft.

Die Steuerfalle für Fachkräfte und Remote Worker

In Deutschland ist man an hohe Abgaben gewöhnt, doch das portugiesische Steuersystem greift bei mittleren Einkommen oft progressiver zu, als man vermutet. Während der Grundfreibetrag in Deutschland jährlich angepasst wird, sind die Steuersätze in Portugal für Gutverdiener relativ steil. Wer kein Anrecht auf Sonderstatus wie das (mittlerweile stark reformierte) NHR-Programm hat, zahlt auf ein Gehalt, das in Deutschland als moderat gilt, in Portugal bereits Spitzensteuersätze.

Ein Bruttogehalt von 50.000 Euro klingt in Lissabon nach Luxus, da das Durchschnittsgehalt laut dem Instituto Nacional de Estatística (INE) deutlich niedriger liegt. Nach Abzug der Sozialversicherung (Segurança Social) und der Einkommensteuer bleibt netto jedoch oft weniger übrig, als man für einen vergleichbaren Lebensstandard in einer deutschen B-Stadt benötigen würde.

Um ein Gefühl für die Differenz zu bekommen, nutzen viele unserer Leser einen salary-after-tax calculator, um die Netto-Kaufkraft verschiedener Standorte direkt gegenüberzustellen. Es geht nicht nur darum, was man verdient, sondern was man nach der Miete für das tägliche Leben ausgeben kann.

 

Gehaltsrechner Netlifevalue

Der Wohnungsmarkt frisst die Ersparnis

Das größte Problem der letzten Jahre ist die Entkoppelung der Mietpreise von den lokalen Gehältern. In Lissabon und Porto haben sich die Mieten laut Daten von idealista in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt.

Wer aus Deutschland kommt, erwartet vielleicht, für 1.000 Euro eine großzügige Wohnung im Zentrum zu finden. Die Realität sieht anders aus: In begehrten Vierteln wie Arroios oder Estrela zahlt man für ein renoviertes T1 (Ein-Zimmer-Wohnung) oft zwischen 1.200 und 1.500 Euro. Vergleicht man das mit Städten wie Leipzig oder Bremen, ist der vermeintliche Preisvorteil Portugals schlicht nicht mehr vorhanden.

So.

Wenn man also 3.000 Euro netto verdient, aber 1.400 Euro für die Miete ausgibt, bleiben 1.600 Euro für den Rest. In einer deutschen Stadt mit ähnlichem Gehaltsgefüge zahlt man für die gleiche Wohnqualität vielleicht 900 Euro warm. Der „Sonnenzuschlag“ kostet hier also bares Geld.

Kaufkraft jenseits von Kaffee und Gebäck

Oft wird argumentiert, dass das Leben „draußen“ günstiger sei. Ein Bica (Espresso) für 80 Cent und ein Mittagstisch für 10 Euro sind in Portugal absolut realisierbar. Das verzerrt jedoch die Wahrnehmung der Gesamtkosten.

Strom, Gas und Internet gehören in Portugal zu den teuersten in Europa, wenn man sie ins Verhältnis zum Einkommen setzt. Die Strompreise (Eurostat 2023) liegen aufgrund hoher Steuern und Umlagen oft auf deutschem Niveau oder darüber. Da viele portugiesische Häuser zudem schlechter isoliert sind, steigen die Heizkosten im kurzen, aber feuchten Winter massiv an – meist über elektrische Heizkörper, was die Rechnung in die Höhe treibt.

Auch Autos sind in Portugal aufgrund der ISV (Imposto Sobre Veículos) deutlich teurer als in Deutschland. Wer sein deutsches Auto einführen will, erlebt bei der Umschreibung oft einen bürokratischen und finanziellen Albtraum.

Die NetLifeValue-Perspektive: Wo lohnt es sich wirklich?

Wir berechnen bei NetLifeValue den Index für 36 Länder, indem wir das verfügbare Einkommen nach Steuern und Miete ins Verhältnis zur lokalen Qualität der Dienstleistungen setzen. Portugal landet dabei oft im Mittelfeld. Es punktet extrem hoch bei der Sicherheit und dem Klima, verliert aber Punkte bei der wirtschaftlichen Effizienz für Angestellte.

Für digitale Nomaden mit ausländischen Verträgen sieht die Welt anders aus, aber wer plant, lokal für ein portugiesisches Unternehmen zu arbeiten, sollte sehr hart verhandeln. Ein lokales Gehalt anzunehmen, bedeutet fast immer einen harten Einschnitt in die Sparquote.

Man darf nicht vergessen, dass Deutschland ein sehr effizientes System bei der Kaufkraft von Konsumgütern hat. Supermärkte in Deutschland gehören zu den günstigsten weltweit. In Portugal sind Markenprodukte im Supermarkt (Hygieneartikel, Waschmittel, Elektronik) oft 20 % teurer als bei Rossmann oder Lidl in Deutschland.

 

Preis Index NetlifeValue

Strategien für die Planung

Bevor man den Mietvertrag in Deutschland kündigt, sollte man drei Szenarien durchrechnen:

Zuerst das Worst-Case-Szenario mit einer Miete am oberen Rand und einer Besteuerung als ansässiger Steuerzahler ohne Privilegien. Dann ein realistisches Szenario, das auch Puffer für private Krankenversicherungen enthält, da das öffentliche System (SNS) in Portugal oft überlastet ist.

Wer nicht zwingend in Lissabon oder Porto sitzen muss, sollte Städte wie Coimbra, Aveiro oder das Hinterland der Algarve prüfen. Hier sinken die Mieten signifikant, während die Lebensqualität und die Infrastruktur (Glasfaser-Internet ist in Portugal fast überall besser als in Deutschland) hoch bleiben.

Am Ende ist die Entscheidung, nach Portugal zu gehen, selten eine rein finanzielle. Es ist eine Entscheidung für eine andere Taktung des Alltags. Aber damit dieser Alltag nicht vom Stress um die nächste Stromrechnung dominiert wird, muss die Kalkulation vorher auf harten Daten basieren, nicht auf dem Preis des letzten Urlaubs-Kaffees.

— Camille Dubois, editorial at NetLifeValue

So schützen Sie sich in Portugal vor teurer Abzocke

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Neustart im Ausland

So schützen Sie sich in Portugal vor teurer Abzocke

Viele Menschen wollen nach Portugal auswandern, doch wer keine Kontakte vor Ort hat, fürchtet Abzocke. So erkennen Sie Betrüger schon vorab. – Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Auswandern nach Portugal: Diese 3 Fehler macht fast jeder

[Gastartikel bei focus online von Svenja Stapper]

Auswandern nach Portugal: Diese 3 Fehler macht fast jeder

Auswandern in ein anderes EU-Land klingt zunächst unkompliziert, schließlich sind die Behörden ähnlich. Was viele unterschätzen: was danach kommt. – Du kannst den ganzen Gastartikel hier lesen, ich wünsche dir viel Freude dabei.

 

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner