Zurück aus meinem Deutschland-Aufenthalt im August, hab ich mich wieder in meine Routinen in Portugal gestürzt. Außerdem: habe ich meine neue Hausärztin kennengelernt, war in Porto bei Carmen, habe meinen neuen Reisepass abgeholt und tatsächlich schon meinen 6. Portugal-Geburtstag gefeiert. Und zwischendrin gab es natürlich auch wieder die eine oder andere kleine Erinnerung daran, dass Auswandern zwar wunderschön ist, aber eben auch nie ganz aufhört.
Portugiesisch lernen: Einfach ins kalte Wasser springen
Dieses Jahr habe ich etwas angefangen, von dem ich mir im Nachhinein wünschte, ich hätte es schon viel früher gemacht: Ich gehe regelmäßig einmal pro Woche ins Tierheim und zum Portugiesisch-Kaffee-Meet-up, und da MUSS ich Portugiesisch sprechen. Nicht perfekt. Nicht fehlerfrei. Aber sprechen.
Und genau das ist der Punkt. Ich wünschte, ich hätte mich schon vor Jahren getraut, mich in solche Situationen zu begeben, wo ich Portugiesisch sprechen muss. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich viel schneller sicherer geworden wäre.
Ich habe darüber auch mit Carmen in einer Podcastfolge gesprochen (kommt im Oktober noch raus) und wir sagen beide: Es gibt keine Ausrede, die Sprache NICHT zu lernen..
Keine Zeit? Dann vielleicht öfter mal Netflix ausmachen und stattdessen Portugiesisch sprechen.
Kein Geld? Es gibt kostenlose Apps und günstige Sprachkurse.
Zu alt? Auch Menschen mit 80 Jahren können noch eine neue Sprache lernen.
Auch „Ich habe hier nur Deutsche oder Englischsprachige um mich herum“ ist keine Lösung. Natürlich kann das Umfeld einen Einfluss haben. Aber am Ende liegt es an uns selbst, ob wir bewusst versuchen, Portugiesisch zu sprechen.
Mein größtes Learning daraus: Du musst nicht erst gut Portugiesisch können, um Portugiesisch zu sprechen. Du wirst besser, weil du sprichst.
Willst du jetzt anfagen, Portugiesisch zu lernen? Dann empfehle ich dir den Kurs von meiner Kollegin Dina.(Affiliate-Link, Dina und ich unterstützen uns gegenseitig mit ein bisschen Marketing)
Endlich: Meine neue Hausärztin
Nach mittlerweile sechs Jahren in Portugal habe ich nun tatsächlich endlich eine Hausärztin in meinem Gesundheitszentrum bekommen. Bisher war ich für Check-ups oder wenn ich Beschwerden hatte meistens in privaten Kliniken. Ich habe zwar eine private Zusatzkrankenversicherung, aber natürlich kostet das trotzdem Geld.
Jetzt konnte ich meine Untersuchungen zum ersten Mal über den portugiesischen nationalen Gesundheitsservice machen lassen – alles kostenlos.
Der Haken: Ich habe ca. zwei Monate auf die Termine gewartet.
Aber ganz ehrlich? Für einen normalen Check-up finde ich das völlig in Ordnung. Wie überall gibt es zu wenig ÄrztInnen für zu viele Menschen, deswegen hat es jetzt einfach gedauert, bis mir ein médico de família zugewiesen wurde.
Porto und Podcast
Im September war ich außerdem in Porto und habe dort Carmen getroffen. Wir haben gemeinsam eine Live-Folge für unseren Podcast aufgenommen und außerdem einen neuen Trailer gedreht. Und was soll ich sagen? Wir hatten einfach richtig viel Spaß.
Auf unserem Podcast „Leben in Portugal: Auswandern und Ankommen“ geben wir Einblicke in unser Leben, in den portugiesischen Alltag, die schönen Momente, aber eben auch in die Herausforderungen. Denn Auswandern hört nicht einfach irgendwann auf.
Es kommen immer wieder neue Situationen auf einen zu. Man lernt neue Dinge, muss sich mit neuen Herausforderungen auseinandersetzen und erlebt gleichzeitig wunderschöne Momente. Genau das möchten wir im Podcast zeigen: ein ehrliches Leben in Portugal.
Wir hoffen, dass wir damit ganz viele Menschen da draußen motivieren und inspirieren können, sich zu trauen, wenn Portugal für sie der richtige Schritt ist.

Ein bisschen Bürokratie darf natürlich auch nicht fehlen
Letzten Monat konnte ich z.B.. meinen neuen Reisepass bei der deutschen Botschaft abholen. Gleichzeitig habe ich bestimmt 10 Emails an das portugiesische Amt geschrieben, denn meine Daueraufenthaltskarte ist immer noch nicht da. Nicht nur das; im Online-Portal von AIMA ist mein ganzer Antrag verschwunden! Aber ich stress mich nicht, schließlich muss ich im Gegensatz zu anderen ZuzüglerInnen keine Angst haben, dass man mich aus dem Land abschiebt. Also übe ich mich mal wieder in Geduld.
Sechs Jahre Portugal!
Am 13. September war es dann soweit: Mein persönlicher Portugal-Geburtstag.

Unfassbar, wie schnell diese sechs Jahre vergangen sind. Ich habe den Tag mit einem schönen Dinner und anschließend einer 80er-/90er-Party gefeiert. Und natürlich durfte auch ein kleines portugiesisches Erlebnis nicht fehlen:
Wir waren schon relativ früh, gegen 18 Uhr da. Um ca. 19 Uhr wollten sich plötzlich ein paar gestandene Erwachsene auf der Tanzfläche prügeln. Peinlich…
Was mich dabei fast noch mehr amüsiert hat, war aber die Reaktion der Sicherheitsleute. Die kamen tatsächlich erst nach ungefähr fünf Minuten ganz langsam auf die Tanzfläche, während der DJ einfach weiterspielte und sich alle anderen drumherum das Spektakel anschauten.
Für mich war das irgendwie sehr portugiesisch: Calma, calma. Tranquilo. 😂
In Deutschland wären vermutlich – völlig unabhängig davon, wer angefangen hat – beide Beteiligten schnurstracks von der Tanzfläche und anschließend aus dem Club befördert worden.
Und damit verabschiede ich mich in den Oktober. Den verbringe ich noch hier in Portugal, bevor ich dann für den Winter wieder in sonnige Gefilde abzische. Der Flug nach Rio ist schon gebucht und ich freue mich sehr, 1 Jahr später schon wieder in Brasilien zu sein, und Freundinnen wiederzutreffen.
Wenn dir der Schwung aus meinem Leben gefallen hat, lass es mich gerne wissen und erzähl mir von deinem September. svenja@auswandern-nach-portugal.com